Am Freitag will die Große eigentlich abreisen zu ihrer neuen Prakikumsstelle nach Köln, aber sie ist krank. Damit verfällt auch ihr Zugticket, was natürlich ärgerlich ist. Ich habe ein Kratzen im Hals und Ohrenschmerzen und lege mich mittags auch nochmal hin. Zuerst telefoniere ich aber rum, um sicherzugehen, dass am Samstag genügend BetreuerInnen für die BUND-Kindergruppe da sind.
Am Samstag früh geht es mir wieder besser und ich breche um 9:30Uhr auf und fahre zur Grillstelle Ulmisried in der Nähe der Uni. Zum Glück ist es heute etwas über 0Grad. Nach und nach treffen die Kinder (Erst- bis Viertklässler) und BetreuerInnen ein. Als alle da sind, machen wir eine Begrüßungsrunde, bei der jede/r den Namen sagt und was sie/er am Winter besonders mag. Wir begrüßen eine FÖJ-lerin des NABU, die mit uns dann ein paar Schritte zum Ried geht und erklärt, was zu tun ist.
Wie bemerken den federnden Boden, auf dem es sich ein bisschen wie auf einem Trampolin hüpfen lässt. Eine Fläche des Rieds wurde bereits gemäht, dort sollen wir mit Heugabeln die Riedhalme abtragen und auf Planen abtransportieren. Dazu teilen wir drei Gruppen ein, die Kinder sind begeistert dabei. Wir entdecken teilweise zugefrorene Wasserlöcher, die mit einem Stock gekennzeichnet sind und stellen fest, dass die tiefer sind, als die Kinder groß. Die Riedpflege dient dazu, kleinere und seltenere Pflanzen, wie Orchideen und Enziane etwa die Sibirische Schwertlilie zu erhalten und insgesammt der Verbuschung entgegen zu wirken. Ganz gut dargestellt am Beispiel des Wollmatinger Rieds ist das auf dieser Seite.
Ich mache dann gegen Mittag ein Feuer, koche darauf einen "Riedhexenpunsch" und nach und nach kommen Kinder und BetreuerInnen und grillen sich ihre Würstchen. Einige Kinder schlittern auf einer kleinen Eisfläche, bis diese zu tauen beginnt. Nach der Pause wollten wie eigentlich Spiele anbieten, aber die meisten Kinder möchten von sich tatsächlich noch das letzte Stück fertigmachen. Zum Schluss messen wir, welche Gruppe die längste Schlange geschafft hat und machen ein Gruppenfoto. Was ein schöner Draußentag!
Nach Rauch riechend komme ich nach Hause und lege erstmal die Füße hoch. Der Liebste hat auf meine Bitte hin bereits (obwohl er das sonst nie macht:-) einen Kuchen gebacken und ich backe dann noch Käsekuchen-Muffins und steche vom restlichen Teig Schneekristall-Kekse aus.
Am Sonntag schlafe ich lange, das tut mir sehr gut, und dann gehts rasch weiter an die Vorbereitungen. Wir saugen das Erdgeschoss. Ich verziere Wintermuffins und Kekse und stelle die Schneegestöber-Torte fertig. Ich decke den Tisch mit weißem Geschirr. Statt Tischläufer, verwende ich von den Kids ausgeschnittene Schneekristalle, die ich auf die Mitte des Tisches lege. In verschiedene Einmach- und Marmeladengläser streue ich grobes Salz und stelle weiße Kerzen und Zapfen hinein. Dann binde ein paar Eiskristalle aus Bügelperlen, die wir vor Jahren mal gesteckt haben, an die Gläser.
Zum Kaffee bekommen wir lieben Besuch. Der bringt einen ganzen Korb mit Selbstgemachtem mit, wie toll! Huch und gerade da kommt die Sonne hervor (in letzten Zeit eine Seltenheitserscheinung). Was ein Kontast zu meiner Winterlichen Tischdeko! Kurz darauf beginnt es dann zu regnen. Der Nachmittag vergeht wie im Flug.
Abends baut der Liebste im Keller weiter seine neue Werkbank auf und der kleine Bruder hilft dabei. Und die Große, der es wieder besser geht, bereitet uns zum Nachtessen eine leckeren Bulgursalat zu, von dem sie sich auch etwas auf ihrer Zugfahrt am Montag mitnimmt.