Dienstag, 5. Februar 2019

Märchenhaft






Die Zeiten, in denen der kleine Bruder die jungstauglichen Faschingskostüme seiner Schwestern trug, also Cowboy, Pirat und Co, sind vorbei. Er hat da inzwischen seine ganz eigenen Vorstellungen, als was er sich verkleiden will und in welche Rolle er schlüpfen möchte. An Fasching 2017 war ein Jedi-Ritter und im letzten Jahr ein Englischer Ritter.  

Im Stoffladen fanden wir reduziert einen schönen glänzenden roten Samtstoff. Auf der Suche nach einem Schnittmuster für den Ritterumhang entdeckte ich da und dort eine Anleitung. 

Ich verwendete dann aber doch das Schnittmuster für den Königsumhang aus dem tollen Buch Feen, Drachen, Könige: Fantasievolle Kostüme für die Kleinen zum Nähen (bis Größe 128)* und vergrößerte es etwas, da dem kleinen Bruder die Größe 128 nicht mehr ausreichte. Vorne ließ ich etwas weniger Stoff, weil der Ritter seinen Umhang offener tragen wollte. Und ein weißes Bettlaken wurde zum Waffenrock, auf den ich ein rotes Kreuz applizierte. Und eine Ritterhaube fand sich in der Verkleidungskiste.

Die Outfit wurde ergänzt mit einem Ritterschwert* aus Holz. Und dass es just zu Fasching schneite, war einfach perfekt. Dadurch wirkte der Ritter wie aus dem Märchenbuch entsprungen und vor meinem inneren Auge sah ich ihn auf einem Pferd durch die Winterlandschaft davonreiten...


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Samstag, 2. Februar 2019

Wochenschnipsel


Schon ist wieder eine Woche rum und damit nun auch der Januar. Ein paar Schnipsel aus meiner Woche möchte ich hier noch aufschreiben.


Am Montag bringe ich die Große zum Bahnhof. Nachdem sie am Freitag wegen Krankheit nicht fahren konnte, geht es nun endlich mit dem Zug nach Köln. Sie beginnt dort nochmal ein Praktikum bei einer Filmproduktionsfirma, gedreht wird die Aktionserie Alarm für Cobra 11. Wir kannten die Serie bisher nicht (mir persönlich auch viel zu brutal) und sind schon gespannt, was sie darüber erzählen wird.
 
Anschließend habe ich einen Termin bei einer Augenärztin. Ich habe bemerkt, dass mir meine Lesebrille nicht mehr ausreicht, um richtig scharf zu sehen. Nach den üblichen Untersuchungen wird mir gesagt, ich habe beginnenden Grauen Star. Vermutlich als Nebenwirkung von meiner Chemo. Puh, das kommt ganz unerwartet und schockiert mich.

Montag und Dienstag besuchen wir zwei Elternabende an der Waldorfschule, einmal Mitgliederversammlung des Fördervereins (alle Eltern sind automatisch Mitglieder) und dann noch ein Infoabend mit Vorstellung aller Gremien und Arbeitskreise. Das sind ganz schön viele, da die Schule selbstverwaltend arbeitet und es keinen Rektor gibt. 

Dienstag ist wie immer Schulbücherei-Tag. Ich freue mich immer, die Kinder mit schöner Lektüre auszustatten und auch auf einen Schatz mit der lieben Kollegin. Im Winter sind besonders viele Kinder da, weil sie in der Pause nicht in die Kälte wollen.

Mittwochs ist der Jüngste zur Geburtstagsfeier eines Freundes eingeladen. Mich lockt die Sonne hinaus zu einem Spaziergang und ich bin endlich ein bisschen kreativ. In letzter Zeit muss ich ziemlich gegen Lethargie ankämpfen, auf dem Sofa ist es doch so gemütlich...

Am Donnerstag und Freitag lasse ich den kleinen Bruder zuhause, denn er ist stark erkältet. Mit den Kindern in meinem Kurs bastele ich Bunte Vögel aus Klorollen und sie dürfen große Spanschachteln (von Käse) verzieren, die ich geschenkt bekommen habe.

Als ich am Freitagabend vom Einkaufen aus der Stadt komme, muss ich unterwegs laut lachen: An den Haltestellen und im Bus, der mir entgegen kommt, sehe ich überall Japanerinnnen und Chinesen :-) Die fahren alle zum vom Narrenverein veranstalteten Bunten Abend, der unter dem Motto "Asien" steht. Ein bunter Abend ist so etwas Ähnliches wie eine Kappensitzung. Beim Anblick der Verkleidungen werden bei mir Erinnerungen wach, als wir die Große als Fünfjährige im Kindergarten als süße kleine Chinesin verkleideten. Sie trug einen Hut, den eine aus China stammende Mitarbeiterin des Liebsten mit dem Namen des Kindes beschriftet hatte.

Das Wetter war diese Woche bescheiden, kalt und, von ein paar blauen Stellen abgesehen, meist grau und hier und da fielen ein paar Schneeflocken, die aber nicht liegen blieben. Und ja, sie hängen schon wieder in den Gassen der Konstanzer Innenstadt, die Bändele. 


Freitag, 1. Februar 2019

Hallo Februar!


Im Februar möchte ich 

mich an den Frühblühern erfreuen
im Garten Verwelktes abschneiden und am Zaun flechten
offiziell die Leitung der Kindergruppe des BUND übernehmen
zu einer Geburtstagsfeier gehen
zum Schulhalbjahr ein Gespräch mit der Lehrerin des Jüngsten haben
den zweiten Elternabend in seiner Klasse besuchen
neue Kinder in meinem Naturkurs an der Grundschule begrüßen
für Fasching basteln, nähen, backen
Plakate aufhängen für den großen Kinderbasar
einen Kontrolltermin bei meiner Gynäkologin wahrnehmen
eine Mitgliederversammlung leiten
unser Maikind zuhause haben
mir mit der Familie notgedrungen den Nachtumzug anschauen 
einen Tag auf dem Bauernhof mit Kindern erleben
mit dem kleinen Bruder in eine alternativmedizinische Praxis gehen 
zum ersten Mal einen Hemdglonker-Umzug besuchen




Mittwoch, 30. Januar 2019

Mein neuer 12tel Blick


Auf geht es in ein siebtes Jahr, in dem ich an der tollen Fotoaktion teilnehmen möchte. Der 12tel Blick kurz erklärt: Man wählt einen Standort und macht von da aus jeden Monat ein Foto mit dem gleichem Blickwinkel. Genauer nachzulesen ist das da und wer alles dabei ist, findet ihr dort!

In den letzten Jahren habe ich hier die monatlichen Ausblicke auf einen Baum im Feld (2013), auf die Baulücke (2014), vom neuen Balkon (2015), auf das Seeufer (2016), auf die Frühlingsallee und den Schwanenbrunnen auf der Insel Mainau (2017) und das Strandbad (2018) gezeigt.

In diesem Jahr möchte ich regelmäßig einen weiteren Lieblingsort von mir
besuchen. Das Dingelsdorfer Ried ist ein Naturschutzgebiet und liegt etwas versteckt im Wald auf dem Bodanrück. Ich bin sehr gerne dort und gespannt, wie sich die Natur hier übers Jahr verändern wird.

Hier der Januar-Blick auf den Riedsee im Wintergewand bei Schneefall. Was aussieht wie Eis, ist Schnee. An diesem Tag hatte es so stark geschneit, dass die Wasseroberfläche komplett mit Schnee bedeckt war.
























Dienstag, 29. Januar 2019

Vorfrühlingskranz


Kalt ist es, aber laut des phänologischen Kalenders, der zehn biologisch begründete Jahreszeiten umfasst, leitet das Öffnen der Knospen von Schneeglöckchen und Haselnuss den Vorfrühling ein.

Und weil mich die Sonne (ja, unglaublich!) heute Nachmittag ins Freie gelockt hat, nahm ich nach meinem Spaziergang über die Felder einige kleine gesammelte Haselzweige und wand daraus ohne Draht o.ä. einen einfachen schlichten Kranz. Die Haselnusskätzchen (männliche Blüten) ließ ich natürlich dran, ein paar zeigen bereits eine gelbe Färbung. 

Zu Fasching kann ich den Kranz mit bunten Bändern dann einfach noch etwas aufhübschen.















 

Ich freue mich sehr über das Interesse und hoffe, du kannst etwas für dich mitnehmen. Wer mag, darf mir gerne einen Kommentar hinterlassen oder etwas in mein virtuelles Spendenkästle werfen. Vielen herzlichen Dank für die Anerkennung!

Montag, 28. Januar 2019

Winterwochenende


Am Freitag will die Große eigentlich abreisen zu ihrer neuen Prakikumsstelle nach Köln, aber sie ist krank. Damit verfällt auch ihr Zugticket, was natürlich ärgerlich ist. Ich habe ein Kratzen im Hals und Ohrenschmerzen und lege mich mittags auch nochmal hin. Zuerst telefoniere ich aber rum, um sicherzugehen, dass am Samstag genügend BetreuerInnen für die BUND-Kindergruppe da sind. 

Am Samstag früh geht es mir wieder besser und ich breche um 9:30Uhr auf und fahre zur Grillstelle Ulmisried in der Nähe der Uni. Zum Glück ist es heute etwas über 0Grad. Nach und nach treffen die Kinder (Erst- bis Viertklässler) und BetreuerInnen ein. Als alle da sind, machen wir eine Begrüßungsrunde, bei der jede/r den Namen sagt und was sie/er am Winter besonders mag. Wir begrüßen eine FÖJ-lerin des NABU, die mit uns dann ein paar Schritte zum Ried geht und erklärt, was zu tun ist.

Wie bemerken den federnden Boden, auf dem es sich ein bisschen wie auf einem Trampolin hüpfen lässt. Eine Fläche des Rieds wurde bereits gemäht, dort sollen wir mit Heugabeln die Riedhalme abtragen und auf Planen abtransportieren. Dazu teilen wir drei Gruppen ein, die Kinder sind begeistert dabei. Wir entdecken teilweise zugefrorene Wasserlöcher, die mit einem Stock gekennzeichnet sind und stellen fest, dass die tiefer sind, als die Kinder groß. Die Riedpflege dient dazu, kleinere und seltenere Pflanzen, wie Orchideen und Enziane etwa die Sibirische Schwertlilie zu erhalten und insgesammt der Verbuschung entgegen zu wirken. Ganz gut dargestellt am Beispiel des Wollmatinger Rieds ist das auf dieser Seite.

Ich mache dann gegen Mittag ein Feuer, koche darauf einen "Riedhexenpunsch" und nach und nach kommen Kinder und BetreuerInnen und grillen sich ihre Würstchen. Einige Kinder schlittern auf einer kleinen Eisfläche, bis diese zu tauen beginnt. Nach der Pause wollten wie eigentlich Spiele anbieten, aber die meisten Kinder möchten von sich tatsächlich noch das letzte Stück fertigmachen. Zum Schluss messen wir, welche Gruppe die längste Schlange geschafft hat und machen ein Gruppenfoto. Was ein schöner Draußentag! 

Nach Rauch riechend komme ich nach Hause und lege erstmal die Füße hoch. Der Liebste hat auf meine Bitte hin bereits (obwohl er das sonst nie macht:-) einen Kuchen gebacken und ich backe dann noch Käsekuchen-Muffins und steche vom restlichen Teig Schneekristall-Kekse aus. 














































































Am Sonntag schlafe ich lange, das tut mir sehr gut, und dann gehts rasch weiter an die Vorbereitungen. Wir saugen das Erdgeschoss. Ich verziere Wintermuffins und Kekse und stelle die Schneegestöber-Torte fertig. Ich decke den Tisch mit weißem Geschirr. Statt Tischläufer, verwende ich von den Kids ausgeschnittene Schneekristalle, die ich auf die Mitte des Tisches lege. In verschiedene Einmach- und Marmeladengläser streue ich grobes Salz und stelle weiße Kerzen und Zapfen hinein. Dann binde ein paar Eiskristalle aus Bügelperlen, die wir vor Jahren mal gesteckt haben, an die Gläser.

Zum Kaffee bekommen wir lieben Besuch. Der bringt einen ganzen Korb mit Selbstgemachtem mit, wie toll! Huch und gerade da kommt die Sonne hervor (in letzten Zeit eine Seltenheitserscheinung). Was ein Kontast zu meiner Winterlichen Tischdeko! Kurz darauf beginnt es dann zu regnen. Der Nachmittag vergeht wie im Flug.

Abends baut der Liebste im Keller weiter seine neue Werkbank auf und der kleine Bruder hilft dabei. Und die Große, der es wieder besser geht, bereitet uns zum Nachtessen eine leckeren Bulgursalat zu, von dem sie sich auch etwas auf ihrer Zugfahrt am Montag mitnimmt.  
















































Freitag, 25. Januar 2019

Dieser Moment...


Ein Moment der Woche eingefangen. 
 Ein einfacher oder besonderer Moment, den ich festhalten, genießen und erinnern will.
 





 
Das Auto voll mit langen Haselzweigen, eingesammelt an einem Parkplatz, wo von der Stadt Schnittmaßnahmen durchgeführt wurden. Eine Schatz für uns, um daraus demnächst unseren Sichtschutzzaun im Garten weiterzuflechten. 

Dienstag, 22. Januar 2019

Gänsegrau


Das ist hier am See ein Wetter zum Depressionen bekommen, dieser graue Hochnebel drückt auf die Stimmung. 

Die große Tochter war in den letzten Tagen in Köln zu einem Vorstellungsgespräch. Traumhafte Bilder mit feinstem Himmelsblau und Sonnenschein hat sie uns gezeigt, hach. Einige unserer Bekannten waren am Wochenende in den Bergen in Vorarlberg, denn das ist hier zur Zeit die einzige Möglichkeit, um die Sonne zu sehen.




 
Als der Jüngste heute von der Schule kam, erzählte er von vielen Graugänsen, die er vom Bus aus auf den Wiesen entdeckt habe. Die mussten wir uns dann gleich nochmal zusammen anschauen. Auf der Wiese waren die Hinterlassenschaften der Vögel deutlich zu sehen. Vorsichtig näherten wir uns der großen Gruppe bis auf etwa 50 Meter, sie bemerkten uns gleich und wichen zurück. Ihr schnattern drang zu uns herüber.

Zuhause haben wir dann gleich über Graugänse nachgelesen. Eigentlich sind sie ja Zugvögel, aber inzwischen bleiben sie wohl aber auch das ganze Jahr über hier am Bodensee. Auf den Wiesen ernähren sie sich von Kräutern und kurzen Gräsern. 
































































Samstag, 19. Januar 2019

Wintersonne


Viel zu selten hat sich die Sonne in den letzten Zeit hier am See blicken lassen, stattdessen war der Himmel meist Grau

Nach Farbe lechzend, waren diese Sonnenspiegelungen auf dem Wasser stimmungsaufhellend und einfach schön anzusehen.



Donnerstag, 17. Januar 2019

Frühlingssehnsucht

          
Kaum ist das Weihnachtszeugs weggeräumt, stellt sich bei mir Frühlingssehnsucht ein. Und da spitzel ich dann in den Gärten, ob da nicht schon irgendwo grüne Spitzen und erste vorwitzige Schneeglöckchen hervorschauen. Dass ich damit nicht alleine bin, zeigen mir hier am Blog die vermehrten Aufrufe von Schneeglöckchen aus Filz und aus Papier

Für das Wintergefühl hatte hier ja etwas Schnee gesorgt und eigentlich reicht mir die Kälte. 

Und da, nach einer gefühlten Ewigkeit, in den letzten beiden Tagen die Sonne mal wieder schien, zog es mich auf die Mainau. Bei Temperaturen von 3 C° blieb es ziemlich frisch, aber Sonnenstrahlen, Himmel- und Wasserblau, Fernsicht auf die Berge, Wasservögel, Meisengezwitscher, Winterblüten und die allerersten Frühlingsboten taten der Seele einfach nur gut.

















































































































Sonntag, 13. Januar 2019

St.-Knuts-Tag

Mit Epiphanie, dem Fest der Heiligen Drei Könige, am 6. Januar geht in großen Teilen des Christentums die Weihnachtszeit zu Ende und dauert dreizehn Tage. In Schweden, Norwegen und Finnland dauert die Weihnachtszeit dagegen zwanzig Tage und endet erst am 13. Januar, an dem auch der Taufe Jesus gedacht wird.

An diesem Tag, dem St.-Knuts-Tag, benannt nach Knut IV., König von Dänemark, werden traditionell die Kerzen und der Schmuck von den Weihnachtsbäumen entfernt. Als Höhepunkt werden dabei von den Kindern die übrig gebliebenen Süßigkeiten, mit denen die Bäume verziert waren, geplündert. Anschließend werden die Bäume aus dem Fenster geworfen und entsorgt.

Da unser Baum begonnen hatte zu nadeln, ging es ihm heute auch an den Kragen. Zuerst haben wir von den Resten unseres Weihnachtsgebäckes gegessen und vom Baumschmuck genascht und dabei den Baum zum letzten Mal beleuchtet. Dann haben wir die Krippe unterm Baum abgebaut und ihn abgeschmückt, die Zweige abgeschnitten und den Stamm rausgestellt. 

Da wartet er jetzt auf besseres Wetter. Denn ich habe da noch etwas vor: Christbaumupcyling. Vor zwei Jahren ist aus unserem Baum ein Garderobenbaum für den Hausflur geworden. Diesmal wird vielleicht ein Quirl, ein Schlüsselbrett, ein Zwerg oder ein Kartenständer entstehen. Mal sehn. 


Tschüss Weihnachtszeit!