Montag, 6. April 2020

3.Zuhause-Woche

Hier noch ein Rückblick auf die letzte Woche. Und wieder wurden wir von der Sonne verwöhnt.


Montag, 30.03.2020

An diesem Tag habe ich mir abends kaum etwas notiert. Das bestellte Bodentrampolin wird geliefert. Ich bekomme die Info, das Bildungskonferenz Energie und Klima, die im Mai in Feldkirch (Österreich) stattfinden sollte und zu der ich mich angemeldet hatte, auf nächstes Jahr verschoben wird. 

Am Nachmittag unternehmen wir einen Spaziergang zum Strandbad. Windig und kalt ist es, aber es tut trotzdem so gut, an die Luft zu kommen.




 
Dienstag, 31.03.20

Der kleine Bruder hat von seiner Lehrerin neue Aufgaben geschickt bekommen. Nun beginnt er die Deutsch-Epoche und muss dazu Fragen über die Lektüre "Die Abenteuer des starken Wanja" (Affiliate Link) beantworten und Textpassagen heraussuchen.

Ich räume auf, telefoniere, arbeite dann an meinem improvisierten Stehtisch. Ich suche gute Fotos aus meinem Archiv heraus, um sie dem Verlag zu schicken, mit dem ich in Kontakt stehe, wegen einem Buchprojekt.

Ich backe unsere neuen Lieblingskekse glutenfrei aus Hafermehl in drei Varianten: pur, mit Schokotröpfchen und mit zerdrückter Banane, die wir zum Nachmittagstee genießen. Kurz bevor die Sonne untergeht, gehen wir noch eine Runde spazieren. Dabei kommen wir an meinem 12telBlick Baum von 2013 vorbei. Als wir eine befreundete Familie treffen, ist es immer noch befremdlich, sich nur mit Abstand zu unterhalten.

Ich probiere dann noch einen Hasen nach einer Anleitung auf You Tube zu falten, der kleine Bruder hilft mit. Zum Abendessen gibt es Reste der Pizza für den Jüngsten und Thunfisch-Nudel-Pfanne mit Salat für uns. Dann schauen wir WaPo Bodensee, Hart am Wind, Folge 26 an, bei deren Dreh die Große letzten Sommer dabei war und bei der auch einige Szenen in unserem Ort gedreht wurde. Und währenddessen bäckt das Norwegisches Wunderbrot (Affiliate Link) im Ofen.







  
Mittwoch, 01.04.20

Ich habe ziemliche Rückenschmerzen, die Lendenwirbel quälen mich wieder. Ich schreibe meinen Hallo April Eintrag im Blog. In der Post ist heute meine Bestellung im kleinen Bücherladen: Der tolle Kindernaturführer: Welcher Baum (und Strauch) ist das? und Die Abenteuer des Odysseus (beides Affiliate Links), letzteres habe ich auf Empfehlung der Lehrerin des kleinen Bruders für ihn gekauft. Ich sitze im Strandkorb auf dem Balkon, lese und tanke Sonne.
Der kleine Bruder macht Englisch, da geht es um die Londoner Sehenswürdigkeiten, was ihn auf die Idee bringt seine Lego Architecture London Skyline (Affiliate Link) mal wieder aufzubauen. Der Liebste hat eine längere Telefonkonferenz, wo es darum geht, wie der Vorlesungsbetrieb an der Uni demnächst laufen wird. Nachher testen wir noch aus, wo der beste Platz für das Bodentrampolin in unserem kleinen Garten ist.

Zu Viert machen wir dann noch einen schönen  Spaziergang bis zum Nachbarort. Es duftet nach feuchten und gedüngten Wiesen und Äckern. Die Bewegung tut meinem Rücken gut. Die Grüne Kiste wird uns erst gegen 23:15 Uhr vor die Türe gestellt. Auf einem Acker in der Ferne sehen wir, wie ein Traktor mit Licht immer noch pflügt.






  
Donnerstag, 02.04.20

Der Liebste fährt wieder mit der Großen früh zum Einkaufen in den Bioladen, Drogeriemarkt und den großen Edeka. Die Zahl der Mundschutzträger hat zugenommen. Es gibt kaum Backwaren und keine Hefe.

Der Liebste telefoniert mit Kollegen, die Große geht joggen und der kleine Bruder arbeitet an seiner Literatur-Schulaufgabe. Ich bin im Garten und pflanze auch meine Stauden um, um Platz für das neue Trampolin zu machen. Nebenbei steht Wachs auf dem Herd, daraus gieße ich Eierkerzen aus Wachsresten. Da ich immer nochmal nach gießen muss, wenn das Wachs erkaltet ist, geht das eine Weile.

Nachdem ich im Garten gegossen habe,  gibt es zum Abendessen leckeren von der Große und dem Liebsten zubereiten Salat. Dann muss ich noch einen Geburtstagskuchen backen.




   
Freitag, 03.04.20

Heute hat die Große Geburtstag. Es gibt ein feines Frühstück. Nachher räume ich auf und fahre dann zum Tulpenfeld im Nachbarort und schneide einen Strauß. Ich verteile kurze rote Tulpen in kleinen Vasen und ergänze sie mit Blütenstielen des Hirtentäschle, die ich auf dem Feld hinterm Haus pflücke.

Dann stelle ich die Geburtstagstorte fertig. Die Große hat sich eine Erdbeertorte, wie ich sie als Mittsommertorte mache, gewünscht. Mit aufgetauten Erdbeeren wird der Sahne-Quarkmasse leider zu flüssig und läuft zwischen den Lagen heraus. Denkfehler von mir. Na ja, die Torte schmeckt aber trotzdem. Die Geschenke habe ich in von uns selbst mit Glückskäfern bemaltem Papier eingepackt. Die Große hat sich vor allem Praktisches gewünscht, wie eine neue gute Haarbürste, eine Handyhülle und eine Seifendose.






Die Große würde gerne ihre Studentinnen-Freundinnen wiedersehen, die z.Zt. auch bei ihren Eltern sind, aber das geht ja nun leider nicht. Da wir heute nicht ins Restaurant gehen können, bestellen wir im Koono im Nachbarort das Essen. Zusammen unternehmen wir dann einen Spaziergang über die Felder und Wiesen auf einen Aussichthügel. Wir beobachten einen Fasan. Leider verschwindet die Sonne immer wieder hinter Wolken.

Pünktlich wird das Essen geliefert: Burger und für mich Hawaiianisches Curry. Das ist leider im Auto ausgelaufen, deshalb bekomme ich ein paar Minuten später ein neues gebracht. Wir schauen nachher zusammen Charlie & Louise, eine ältere Verfilmung von Das doppelte Lottchen (Affiliate Link) an. 






  
Samstag, 04.04.20

Heute beginnen nun die Osterferien hier. Zum letzten Mal sind es zwei Wochen, ab nächstem Jahr werden wir hier in Konstanz zugunsten der "hochheiligen Faschingsferien" nur noch eine Woche Osterferien haben, was ich sehr bedauere. Der kleine Bruder wird in den Ferientagen noch etwas Schulstoff nachholen müssen. Das wird zur Tierepoche aber eine praktische Arbeit sein, von daher finde ich das gut.

Nach dem Frühstück singen und musizieren wir dem Opa zu seinem Geburtstag ein kleines Ständchen. Eigentlich wollten wir heute in Trier sein und mit ihm feiern. Heute ist der Himmel wolkenlos. Morgens ist es noch sehr frisch, aber dann wird es ein richtig warmer sonniger Tag. Wir verbringen eigentlich die meiste Zeit im Garten.  Ich lese im Strandkorb auf dem Balkon. Ich beginne gerade Totenweg, den ersten Band des Elbmarsch-Krimi-Reihe von Romy Fölck (Affiliate Link), die mir empfohlen wurde.

Der Kleine Bruder und der Liebste arbeiten an einer ebenen Grundfläche für das Bodentrampolin. Zum Kaffee gibt es Reste vom Geburtstagskuchen auf der Terrasse. Die Nachbarn sind alle in den Gärten, manche haben Besuch und viele Kinder spielen auf unserer Spielstraße. Etwas verrückt ist es schon, denn Abstandsregeln halten die nicht ein. Dem kleinen Bruder haben wir das Spielen mit Freunden oder Nachbarkindern verboten. 

Der Liebste und ich drehen noch eine kleine Radrunde. Zum Abendessen gibt es dann Thunfisch-Nudeln und Chicorée-Orangen-Käse-Salat






  
Sonntag, 05.03.20

Ein gemütlicher Ferientag. Eigentlich ist ja heute Palmsonntag, aber ich habe keine Palmbrezeln gebacken. Morgens stelle ich gleich eine Waschmaschinenladung an. Nach dem späten Frühstück lese ich im Standkorb auf dem Balkon. In der Nachbarschaft wird gesägt und laute Musik gespielt, das nervt mich. Die Große bastelt Osterkarten für die Schwester, Omas und Opas, die wir ja leider nicht besuchen können.

Der kleine Bruder entdeckt den #alle für alle Zeppelin über dem Dach und ruft mich, um ihn mir zu zeigen. Ich kann gerade noch ein Foto davon machen. Ich setzte eine Solarfärbung mit Kurkuma an. Die Große hängt draußen unsere Wäsche in der Sonne auf. Da eine Menge Radfahrer an unserem Haus vorbei fahren, beschließen wir, unseren geplanten Ausflug lieber zu verschieben. Heute ist bestimmt zu viel los.

Ich mache das von der Großen gewünschte Tiramisu, das wir zum Kaffee genießen. Der Liebste gräbt mit dem kleinen Bruder weiter am Loch für das Trampolin. Im verdichteten Boden sind 50cm viel. Ich leere ein paar Eimer Erde auf das hintere Beet zum Feld.

Abends bereiten wir Salate zu und grillen ein paar Würstchen überm Feuer dazu. Durch den zunehmenden Mond wird es gar nicht mehr richtig dunkel in der Nacht.






Empfehlenswerte Links:

Das Video "Corona geht gerade erst los" erklärt deutlich die vertrackte aktuelle Situation und welche Perspektiven es gibt.

Etwas Positives könnte das Virus bewirken: Covid 19 ist der radikalste Entschleuniger unserer Zeit.

Die Grüne Grenze am Bodenseeufer zwischen Konstanz und der Nachbarstand Kreuzlingen ist normalerweise offen für Fußgänger und Fahrradfahrer. Inzwischen hält ein neuer doppelter Zaun Paare und Freunde auf Distanz.

Vor einem Jahr waren wir über Ostern in Venedig. Wie es jetzt dort aussieht, zeigen diese Aufnahmen: Venedig im Coronamodus

Etwas Humor muss auch mal sein. Die Corona Rhapsody Parodie fanden wir genial. Hört mal rein!

 

Freitag, 3. April 2020

Zweiundzwanzig


Happy Birthday, meine Große! 





Mittwoch, 1. April 2020

Hallo April!

Schönes hatten wir geplant für den April. Wir wollten in den Osterferien in die alte Heimat reisen, viele liebe Menschen besuchen und Stadtbesichtungen unternehmen. Und ich hatte außerdem einige Aktionen mit Kindern in der aufblühenden Natur vor. Nun geht es uns durch die aktuelle Sitation wie allen anderen, wir bleiben zuhause und versuchen, das Beste aus den nächsten Wochen zu machen.


Im April möchte ich

den kleinen Bruder weiter beim Homeschooling begleiten
weiter "social distancing" praktizieren
 mit der Familie Spaziergänge im Frühlingswald unternehmen
regelmäßiger Walken gehen
meine Rückenschmerzen loswerden 
Geburtstagskuchen backen
den Geburtstag der Großen und des Liebsten feiern
Büsche um/pflanzen
ein oder zwei neue Gartenprojekte umsetzen
unsere Ostereier mit Naturfarben färben
ein Osterlamm und einen Osterkuchen backen
die Ostertage leider nur zu viert verbringen
Bärlauchöl und Veilchensirup herstellen



Dienstag, 31. März 2020

12tel Blick im März

Das Foto ist am Abend des letzten schönen warmen Märztages entstanden. Es war sehr diesig und die Abendsonne hüllte alles in einen warmen Schein.

Und es gibt noch andere Veränderungen zum Februarblick. Zwar wurde das Feld leider nicht umgepflügt, aber es wächst zumindest Gras. Links im Bild wurde Erde ausgebracht. Büsche und Bäume unten am Seeufer blühen gelb und weiß. Auch auf der Blumeninsel, aktuell gerade ohne Besucher, blühen die Weiden. 

Rechts im Foto stehen jetzt weitere Stöcke und es wurden neue Äpfelbäume gepflanzt. Ich habe mir diese mal aus der Nähe angeschaut. Ganz am rechten Bildrand könnt ihr den weithin sichtbaren Otto-Moericke-Turm, den ehemaligen Staader Wasserturm erkennen, in dem heute die Konstanzer Jugendherberge beheimatet ist. Er wird von der Sonne angeleuchtet.

28.03.20  18 Uhr















 März-Blicke sammelt Eva/Verfuchstundzugenäht

Montag, 30. März 2020

2.Zuhause-Woche


Montag, 23.03.20

Morgens gibt es Brei aus Hafermilch und Haferkleie mit Obst zum Frühstück. Die Nacht war frostig kalt und sternenklar, nun lacht die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Ich hoffe sehr, meine Pfirsichblüten sind nicht erfroren. Auf der Straße sind heute, wegen des Versammlungsverbotes, keine spielenden Kinder mehr.

Der Liebste korrigiert Klausuren. Der kleine Bruder arbeitet, mit Unterstützung, an deinen Texten über sein Tier weiter. Ich scanne Fotos aus alten Fotoalben und schicke welche davon meiner Schwester, die Alben für demente Verwandte anlegen will. Die Große erstellt Pläne für Dreharbeiten, von denen sie gar nicht weiß, ob und wann sie zustande kommen. Was ein Glück, dass zum Kaffee für jeden noch genau zwei Zimtknoten vom Sonntag übrig sind. Nervennahrung für alle.

Es sieht draußen so toll aus, aber es sind nur 5C und es ist windig dazu. Ich muss trotzdem raus, ich laufe gleich vom Garten aus los über das Feld und treffe zunächst niemanden. Ich bin echt froh, Mütze und Schal anzuhaben. Der Spielplatz am Ortsrand ist verwaist. Ich spaziere und walke über die Wiesen und Felder, ich entdecke so viel Schönes, das ich immer wieder stehenbleibe und schaue. Forsythien, Schwarzdorn und Wildkirschen blühen, es duftet ganz wunderbar und Rotmilane kreise über mir. Mir begegnen nur wenige Spaziergänger zu zweit oder Mütter mit ihren Kindern.

Abends schreibe ich eine Rückmeldung per Mail an die Lehrerin, sie hatte alle Eltern darum gebeten. Da der kleine Bruder mit der Schularbeit noch nicht so weit ist, wie er sollte, kann ich auch noch kein Foto davon mitschicken. So ist es halt. Zum Abendessen gibt es Pilze mit Spargel in Soße, dazu Reis. Dann wieder Filmabend mit Unsere kleine Farm (Affiliate Link) in Orginalton.











Dienstag, 24.03.20

Beim Bäcker stehen jetzt neuerdings Kisten zwischen der Theke und den Kunden, um einen Sicherheitsabstand herzustellen.
  
Der kleine Bruder hat mal wieder gar keine Lust etwas für die Schule zu tun. Es ist eine Quälerei für alle. Irgendwann beschließe ich, mit ihm rauszugehen. Der Liebste kommt mit und wir gehen gleich vom Garten aus los Richtung Wald. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel und es ist immer noch windig und frisch. Im Wald hören wir den Wind in den Bäumem rauschen, die Baumgipfel schwanken ganz schön. Im Laub unter den Bäumen entdecken wir Buschwindröschen Waldveilchen und Schlüsselblumen. Wir schlagen einen Weg ein, den wir noch nie gegangen sind. Er führt durch einen schönen Mischwald und wir bestimmen Bäume. Homeschooling mal anders. Dem kleinen Bruder macht es Spaß und er ist plötzlich eifrig dabei. Auf einer Lichtung liegen viele unterschiedliche Stämme, die wir dann nur anhand der Rinde versuchen zu bestimmen.

Die Große hat zuhause derweil einen Brownie-Schokokuchen gebacken, den wir uns mit Himmbeer-Quark zum Nachmittagstee schmecken lassen. Der kleine Bruder sitzt dann ganz begeistert an seinem sprechenden Schachcomputer (Affiliate Link, Gerät ähnlich), den er mal von seinem Opa geschenkt bekam. Ich sortiere alte Vereinsunterlagen und hefte sie in Ordner ab. Bin ich froh, dass ich den ganzen Kram nun abgeben kann an den neuen Vorstand des Fördervereins der Grundschule.

Der kleine Bruder schreibt dann noch einen weiteren Text über sein Tier. Während der Liebste Essen kocht, liest der kleine Bruder ihm seine Englisch Lektüre vor.









Mittwoch, 25.03.20

Ganz früh fahren der Liebste und die Große los, den Wocheneinkauf zu machen. Es sind zum Glück kaum andere Kunden im Laden. Es gibt null Toilettenpapier, wenig Nudeln und Mehl. Na das kann lustig werden. Wir fahren hier halt auch nur einmal in der Woche zum Einkaufen in die Stadt. Im Ort haben wir nur eine Bäckerei, eine Metzgerei und ein Gemüselädchen.

Nach dem Frühstück schneide ich die Texte zu, die der kleine Bruder über sein Tier geschrieben hat. Er fertigt dazu Zeichnungen an. Der Liebste arbeitet wegen Rückschmerzen an einem improvisierten  Stehtisch. Dazu stellt er einen Kindertisch auf den Esstisch. Er hat dann eine Telefonkonferenz, die Große lässt sich von mir zeigen, wie die Nähmaschine funktioniert und ist nachher stolz über ihr selbstgenähtes stoffbezogenes Haargummi. Ich mache eine Bestellung bei Ikea fertig. 

Der kleine Bruder und die Große fahren kurz Fahrrad, aber es ist unangenehm kalt im Gesicht. Ich drehe eine Walkingrunde. Am Lieblingsstrand lasse ich mich ordentlich durchpusten. Die Sturmwarnung blinkt und der starke Wind lässt herrliche Wellen entstehen. Ich entdecke einen Windsurfer und beobachte ihn eine Weile, indem ich mich windgeschützt hinter einen Baum hocke.

Abends ruft mich die Lehrerin des Jüngsten zurück, wir überlegen wie das Homeschooling optimieren können. Der Schlagzeug-Lehrer vom kleinen Bruder schickt Noten und Videos. Die Grüne Kiste wird heute erst gegen 20Uhr gebracht, dort häufen sich die Bestellungen, was mich für das Hofgut Rengoldshausen freut, aber die Mitarbeiter sind an ihrem Limit und ab jetzt können keinen neuen Kunden mehr aufgenommen werden. 

Die Kids bekommen eine Pizza, wir essen Reste. Nach dem Essen spielen wir ein paar Runden Wizard (Affiliate Link). Mit dem Liebsten schaue ich dann noch den Kölner Tatort in der Mediathek.






Donnerstag, 26.03.20

Es ist bedeckt und kalt. Ich habe heute für nichts richtig Lust.

Der kleine Bruder hätte ja dieses Woche eigentlich seinen Friseurtermin gehabt. Und weil der Haarschnitt nötig ist, übernimmt das heute der Liebste, der das früher bei unseren Kindern gemacht hat. Der Jüngste macht Mathe mit dem Liebsten und arbeitet dann an seinem Tierbuch-Deckblatt. Die Große macht uns mittags Smoothies mit Spinat, Brennessel, Karotten, Zitrone und vor allem Ingwer und etwas Kresse. Ich sortiere Unterlagen und räume auf. Dann pflanze ich meine jungen Gemüsepflänzchen in größere Töpfe um. 

Ein bisschen lockert der Himmel auf und der Liebste, der kleine Bruder und ich drehen dann eine schöne Runde um den Ort. Am Bach blühen überall Buschwindröschen. In einem Gebüsch entdecken wir ein Nest mit Amseleiern. Ein Stück des Weges verläuft auch durch ein uns bisher unbekanntes Wäldchen und wir sehen am Wegesrand Waldveilchen, Gepflecktes Lungenkraut und Schlüsselblumen. Wir sind herrlich entspannt unterwegs und irgendwie ist es gerade schön, unter der Woche Zeit zu haben für gemeinsame Spaziergänge und Spiele.

Ein bisschen Frühling, Zweige von der Wildkirche, nehme ich mit für zuhause. Ich telefoniere mit der Verwandschaft und während der Liebste Linsensuppe kocht, backt die Große uns Waffeln dazu.











Freitag, 27.03.20

Ein denkwürdiger Tag für uns. Heute vor 25 Jahren wurden wir zum ersten Mal Eltern. Am Grab unserer besonderen Tochter zünden wir eine Kerze an.

Die Post kommt heute erst um 15 Uhr! Puh, das sind drei Stunden später als normal. Ich habe, um meinen kleinen Lieblingsbuchladen zu unterstützen, dort Bücher bestellt. Da kommen nun zuerst  Natürlich färben mit Pfanzen und Essbare Wildsamen  (beides Affiliate Links), mit denen ich mich beschäftigen will. Es ist heute nicht mehr so kalt. Ich arbeite im Garten, topfe Zimmerpflanzen um, bereite Pflanzlöcher für zwei Bäumchen vor, pflanze Efeu an die benacharte Holzwand und säe Blumen. Wir hängen ein Vogelhaus im Schwedenlook (Affiliate Link) im Kirschbaum auf. 

Der Liebste muss nun planen, wie er seinen Vorlesungen halten wird, denn das Sommersemester an der Uni wird nicht mit den üblichen Vorlesungen stattfinden. Wir hören, dass Landesgartenschau in Überlingen nicht wie geplant am 23. April eröffnet wird. Ein neuer Termin wurde aufgrund der unsicheren Lage nicht festgesetzt. Am Abend hält Papst Franziskus auf dem menschenleeren Petersplatz eine besondere Andacht und spendet den Segen Urbi et Orbi für die Welt in Zeiten der Corona-Pandemie. 





Samstag, 28.03.20

Beim Bäcker stehen die Leute jetzt in langer Reihe, in Abständen von zwei Metern vor der Türe bis an die Straße. Nur noch zwei Kunden düfen gleichzeitig rein.
  
Ansonsten fühlt sich der Samstag ganz normal an. Es wird angenehm warm und in den Nachbargärten wird gewerkelt, betoniert oder mit Holz gebaut. Auch wir sind die meiste Zeit im Garten. Ich verteile Kompost an Bäume und Sträucher und entferne den Draht von den Insektenhotels und räume Zapfen, Holzwolle und Bambusstücke aus. Für Wildbienen sind diese darin unnütz, das habe ich beobachtet und z.B. dort gelesen.
  
Die Große überrascht uns mit künsterlich verzierten Amerikanen, die wir uns zum Tee auf der Terrasse schmecken lassen. Der Liebste spielt dann mit dem kleinen Bruder Wikinger Schach auf dem Acker hinterm Garten.
 
Ich brauche noch ein wenig Training. Ich drehe eine Runde mit dem Rad, zum Nachbarort und zurück. Auf dem Weg oberhalb des Sees sind einige Leute unterwegs, zu Fuß oder auf dem Rad.In der Luft hängt abwechselnd der Geruch nach Holzfeuer, von Baumschnitt, der verbrannt wird, und der betörende Duft von Blüten. Ich höre einen Grünspecht rufen und das Trommeln eines Buntspecht. Herrlich. An meiner 12telBlick-Stelle bin ich so außer Atem, dass ich mich erstmal auf die Bank setze. Dann fahre ich weiter zum Tulpenfeld, wo ich ein paar Frauen treffe. Ich versuche Abstand zu halten, habe aber mein eigenes Messer zum Abschneiden der Tulpen vergessen. Hmpf. Ich schneide mir einen Strauß, muss etwas suchen, weil die allermeisten Tuplen noch grün sind. Bei den letzten Sonnenstrahlen fahre ich zurück.
  
Zur Earth Hour schalten wir alle Lampen im Haus aus. Ich telefoniere fast eine Stunde. Die Familie geht hoch zur Kirche, wo man Aussicht über den See hat, um zu beobachten, ob Überlingen seine Lichter ausschaltet, aber passiert nicht. Nur die Beleuchtung an unsere Kirche wird pünklich abgeschaltet.








Sonntag, 29.03.20

In der Nacht werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt. Es ist grau und kalt und gegen Mittag regnet es leicht. Ich hoffe auf mehr Regen, denn die Erde ist sehr trocken. Wir verbringen den Tag ganz entspannt. Wir frühstücken spät und gemütlich.
  
Wir lesen und spielen. Zum Kaffee lassen wir uns die restlichen Amerikaner vom Vortag schmecken.  Wir bekleben gemeinschaftlich die Seiten mit den Texten und Zeichnungen, die der kleine Bruder in den letzten beiden Wochen angefertigt hat. Aus allen von den Schülern gestalteten Seiten zusammen wird die Lehrerin ein Tier-Buch binden.
  
Abends machen wir Hefeteig zum ersten Mal mit (dem letzten ergatterten Päckchen) Trockenhefe und die Große schnipselt Gemüse und reibt Käse. Daraus bereiten wir ein Blech Pizza zu. Und es ist nun bis etwa 20Uhr hell.