Mittwoch, 16. August 2017

Die Sache mit dem Reiseziel

Lange war nicht klar, wo wir dieses Jahr einen Teil der Sommerferien verbringen werden. Eigentlich sollten könnten wir ja hier am See bleiben, wohnen wir doch da, wo viele andere Urlaub machen, haben den See sozusagen vor der Haustüre, die Hügel und Wälder drumherum und die Berge in Reichweite. Wir haben es gut hier, trotzdem zieht es uns ín die Ferne.

Die Wünsche alle Familienmitglieder unter einen Hut zu bekommen,  wird vor allem mit älter werdenen Kinder immer schwieriger. Toll ist es aber trotzdem, wenn sie noch mit in den Urlaub fahren. Jedes Familienmitglied hatte an den Sommerurlaub unterschiedliche Ansprüche, trotzdem haben wir einen gemeinsamem Nenner gefunden.

Der Liebste wäre gerne wieder wie in den Pfingstferien in den Süden gefahren. Er ist aber auch mit England einverstanden, denn er spricht hervorragend Englisch, trink sehr gerne englischen Tee und war schonmal in seiner Studentenzeit in Oxford und London.

Mich dagegen zieht es unbedingt wieder in den Norden und ans Meer.  Im Sommer kann ich die Hitze immer schlechter vertragen, ich brauche Wind und Weite um mich herum. Sehr gerne wäre ich wieder nach Schweden oder in ein anderes Skandinavisches Land gereist. Aber England, wo ich zuletzt vor Jahrzehnten während eines Schüleraustausches war und dann nochmal, als ich den Liebsten in Oxford besucht habe, war für mich ein Kompromiss.

Die Große war noch nie in England und wünschte sich deshalb dorthin zu reisen. Sie hat nun ein Jahr British literature and culture studiert und freut sich besonders darauf, die Sprache zu hören und ihre Wunschorte zu besuchen.

Das Tochterkind war mit England auch einverstanden, obwohl oder weil sie vor knapp drei Jahren dort war. Sie möchte sich während des Urlaubs tatsächlich mit ihrer englischen Austauschschülerin in London treffen. Wichtig ist für sie, unterwegs ein Zimmer für sich zu haben, ohne den "nervigen" kleinen Bruder.

Nur unser Jüngster ist, was die Wahl des Urlaubsortes betrifft, noch sehr flexibel. Er möchte ans Meer, wäre aber auch gerne hier geblieben, Hauptsache alle sind zusammen.


England, wir kommen!  

Dienstag, 15. August 2017

Rappenlochschlucht, Alplochschlucht und Kirchle


An einem wunderbar wolkenlosen Sommertag Anfang letzter Woche zog es uns in die Berge.
Eigentlich wollen wir im Schweizerischen Alpstein wandern, aber als wir beim Näherkommen sehen, dass unterhalb des Säntis ein Wolkenband hängt, beschließen wir kurzerhand weiter zu fahren nach Österreich. Wir steuern Gütle an, etwa fünf Kilometer von Dornbirn. In unserer Anfangszeit am Bodensee (vor etwa 12 Jahren) waren wir schon einmal hier und sind durch die beeindruckende Rappenlochschluch gewandert. Heute wollen wir unserm Jüngsten dieses Naturwunder zeigen.

Die Rappenlochschlucht ist eine der größten Schluchten Mitteleuropas und entstand durch den Durchbruch der Ebniter- bzw. Dornbirner Ache durch die Kalk-Mergelberge des Bregenzerwaldgebirges.

Nach den ersten hundert Metern wird schnell klar, die Schlucht kann leider nicht mehr komplett durchwandert werden, denn im Mai 2010 war es an der markantesten Stelle zu einem gewaltigen Felssturz gekommen, der auch die Rappenloch-Brücke mit in die Tiefe riss. Von einer Aussichtplattform können wir die riesigen Felsen, die den Weg unpassierbar machen, in der Schlucht liegen sehen.

Mittlerweile sind neue Wege gebaut worden, auf denen eine durchgehende Begehbarkeit der Schlucht wieder gewährleistet ist. Dazu muss man hinaufsteigen und kann nun nur noch von ganz oben in die Schlucht schauen. Sehr schade.













Am Ende der Schlucht erreichen wir den Staufensee-Stausee mit dem über 100 Jahre alten Wasserkraftwerk Ebensand, dessen Energie die Spinnmaschinen einer Textilfabrik betrieb sowie zum Betrieb der Elektrischen Bahn Dornbirn–Lustenau, einer der ersten voll elektrifizierten Bahnstrecken Mitteleuropas, verwendet wurde. 
Heute wird der im Kraftwerk Ebensand erzeugte Strom ins Vorarlberger Verbundnetz eingespeist. Hinter Glas bestauenen wir die alten Turbinen.





Wir wandern dann weiter in die Alplochschlucht. Diese natürliche Schlucht ist eng, feucht und romantisch. Sie ist auf einem teilweise frei über dem Wasser schwebenden Steg durchgehend passierbar. 
Gebildet wurde sie durch einen Gebirgsdurchbruch der Dornbirner Ach und wird von dieser noch immer durchflossen. Mit etwas Glück kann man in der Kalkwänden versteinerte Muscheln entdecken. 














Beim Verlassen der Schlucht geht es den Berg hinauf. Wir entschließen uns, nicht der Straße zurück zu folgen, sondern lieber den Fußweg zu nehmen. Über ausgewaschene Wurzeln und teilweise hölzerne Stufen steigen wir im Wald immer höher bis wir etwa 300 m oberhalb der Alplochschlucht eine Klamm erreichen.

Das Kirchle ist ein in der letzten Eiszeit ausgewaschenes steinernes Naturdenkmal, dass durch abfließendes umgeleitetes Schmelzwasser der Gletscher entstand. Es ist heute nicht mehr von Wasser durchflossen. 

Mit Hilfe von Drahtseilen steigen wir in die kühle Klamm hinab und blicken staunend empor. Die nach oben sich verengenden Felsen und die ausgewaschenen Wände bilden optisch eine Art Kirchengewölbe mit einem steinernden Bogen.

Entlang des einstmaligen Wasserdurchflusses durchwandern wir das Kichle. Dann folgen wir der Wegmarkierung auf einem befestigten Weg. Unterwegs haben wir Aussicht bis hinunter zum Bodensee. Schließlich erreichen wir unseren Ausgangspunkt Gütle

Die Tour ist spannend, weil es immer wieder etwas zu sehen gibt und deshalb auch toll für Kinder. Wir haben für die gesamte Runde, es sind etwa 10 Kilometer, mit Pausen ungefähr fünf Stunden gebraucht. Wenn man das Kirchle auslässt, kann man zurück nach Gütle alternativ auch den Bus nehmen.













Sonntag, 13. August 2017

12 von 12 im August

Der 12.August ist für uns ein gemütlich herbstlicher sommerlicher Feriensamstag. Alle sind Zuhause und ganz im Ferienmodus. 


Ich werde wach von ungewohnten Geräuschen: Der kleine Bruder ist früh aufgestanden, denn er hat gestern ein eigenes Schlagzeug bekommen. Das steht zwar im Keller, aber ist auch noch im 2. Stock zu hören.
Beim Herunterkommen freue ich mich über den hübschen bunten Sommerstrauß, den ich gestern von einer Bekannten geschenkt bekam. 




 
Gemütlich im Schlafanzug frühstücken wir bei einem Feuer im Kamin, dabei reden wir beinahe nur über die bevorstehende Reise nach England.




Während unsere Studentin  mit dem Liebsten in den Nachbarort zum Laden fährt (Fahrpraxis) und Pizzabelag und Ohrstöpsel zum Schlagzeugspielen für die ganze Familie:-) kauft, backe ich einen leckeren Zwetschgenkuchen nach diesem Rezept mit und ohne Streusel.




























  
Ich mache es mir mit dem Jüngsten auf dem Sofa gemütlich, ich lese in meinem Bodenseekrimi( Seebühne) und er liest Rettet Raffi!
Dann bauen wir ein neues Bücherregal im unserem Studio unterm Dach auf. Darin bekommt nun meine Literatur und das Anschauungsmaterial zum Thema Naturpädagogik Platz, die ich mir bisher im Rahmen meiner Weiterbidung und für meine neue Arbeit in einer Naturkindergruppe angeschafft habe.





























Inzwischen scheint dann auch mal wieder die Sonne. Zum Kaffeetrinken auf der Terrasse ist es uns aber noch etwas zu kühl, bleiben wir also drinnen.
Ich drehe eine Runde durch den Garten und entdecke, dass der Amberbaum auf die kühlen Temperaturen der letzten Tage bereits reagiert hat. Hallo Herbst!



Ein Zeppelin zieht über dem Ort vorbei. 



Wir schauen am Friedhof beim Grab unserer besonderen Tochter nach dem Rechten, jäten Unkraut und schneiden die Rose. 
Am Rückweg machen wir im Schulgarten halt, dessen Betreuung wir für diese Woche übernommen haben.  Weil es genügend geregnet hat, brauchen wir nicht zu gießen. Wir zupfen Unkraut und bewundern ein Kürbis- Prachtexemplar. Wir ernten ein paar Tomaten und eine Kohlrabi. Leider sind die Mirabellen am Baum noch nicht ganz reif, schade.



  Zuhause bereitet die Große mit ihren Studentinnen-Freundinnen Pizza zu. Zu dritt verputzen sie beinahe ein ganzes Blech, puh. Wir backen uns dann später auch noch Pizza. 





























Die Studentinnnen fahren dann um 9Uhr mit dem Bus nach Konstanz. Wir fahren wenig später mit dem Auto hinterher, suchen einen Parkplatz und steigen im Stockdunklen ( gut, dass der kleine Bruder seine Stirnlampe dabei hat) hinauf zum Bismarckturm. 
Unterhalb des Turms sind schon eine ganze Menge Leute versammelt. Über einen Weinberg hinweg, der die Sicht etwas stört, schauen wir dann das Feuerwerk zum Seenachtsfest an, das als eines der spektakulärsten Seefeuerwerke Europas gilt. Es ist zu Musik choreografiert und trägt dieses Jahr den klangvollen Namen „Die vier Elemente“. Die Musik klingt zu uns herüber, störend ist ein Polizeihubschrauber, der dort seine Kreise zieht.

Von dort oben betrachtet ist das Feuerwerk ganz nett, aber vom Schweizer Ufer aus aus beobachtet, mit den Farbreflexionen auf dem See, fand ich es damals viel prächtiger und stimmungsvoller. Schaut mal hier































Alle TeilnehmerInnen bei 12 von 12 findet ihr bei Caro, die wieder so nett ist, auf ihrem Blog unsere Tagesabläufe zu sammeln.

Freitag, 11. August 2017

Ferienschnipsel


💧 In dieser zweiten Ferienwoche ist es kühler geworden, was ich persönlich begrüße.
Aber Dauerregen bei 12 °C ist dann doch zu arg, das passt jetzt nicht mehr wirklich zum Sommer und lässt schon an den Herbst denken.

💧 Der Schock über den Absturz eines Kleinflugzeugs am Dienstag Mittag in den Bodensee vor der Insel Mainau und unweit der Uni sitzt noch tief.

💧 Unser Tochterkind ist zurück von ihrem kurzem Urlaub in Köln und hat dieses Woche am Ferienprogramm der Stadt teilgenommen und war Klettern am Mägdeberg im Hegau. Schnuppertauchen wurde leider wegen dem kühlen Wetter abgesagt.

💧 In diese Woche fielen ein paar Arzttermine: Ich hatte eine Nachsorgeuntersuchung bei meiner Gynäkologin, der kleine Bruder hatte zwei Termine im Sozialpädiatrischen Zentrum und das Tochterkind beim Kiefernorthopäden, sie ist diese Woche nun endlich ihre feste Zahnspange losgeworden.

💧 Mit dem Liebsten war ich diese Woche im Möbelhaus in Stockach. Wir haben nach einer Sofaecke geschaut und tatsächlich eine gefunden, die uns beiden gefällt. Da die Maße und der Stoffbezug frei wählbar sind, haben wir nun eine neue Couchgarnitur bestellt, juchuh!

💧 Der kleine Bruder hat mit den Nachbarjungen einen Geheimgang ins an die Gärten angrenzende Maisfeld gebaut. Trotz Regen haben die drei viel Spaß dabei gehabt. Ein Maisfeld zum Spielen, ist das nicht klasse?

💧 Heute hat der kleine Bruder ein Schlagzeug bekommen. Wir haben es zusammen im Musikgeschäft abgeholt und dann gleich im Keller aufgebaut. Die Freude ist groß, den ganzen Nachmittag hat der kleine Bruder mit seiner großen Schwester das gute Stück ausgiebig ausgetestet.  

💧 Wir sind diese Woche an der Reihe damit, den Schulgarten zu betreuen. Für die Ferien haben sich ein paar Familien bereiterklärt, abwechselnd wochenweise dort zu gießen, zu ernten und zu jäten oder zu mähen. Bei dem vielen Regen brauchten wir bisher auf alle Fälle nicht zu gießen. Und für die sonstigen Arbeiten warten wir immer noch auf besseres Wetter, hüstel.


Mittwoch, 9. August 2017

Lachs Quiche


Auf einer Feier hatten wir eine sehr feine Quiche gegessen und waren begeistert.  Deshalb haben wir um das Rezept gebeten, das ich hier auf Wunsch gerne teile.

Das Rezept ist gedacht für ein ganzes Blech als Partyfood. Wir haben es für uns umgerechnet und die Quiche in einer 28er Springform gebacken.




Zutaten:

250g Butter
500g Mehl
Salz
4EL Joghurt
600g Möhren
2 Stangen Lauch
1 Bund Petersilie
1 Bund Schnittlauch
500g Lachs
2EL Zitronensaft
5 Eier
300g Sahne
200g geriebener Bergkäse
Pfeffer


Zubereitung:

Die Butter mit dem Mehl, einer kräftigen Prise Salz und dem Joghurt zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und zugedeckt etwa 1 Stunde kühl stellen. 

Die Möhren schälen, putzen und fein raspeln. Den Lauch putzen, waschen und in feine Ringe schneiden. Die Kräuter waschen und fein hacken, den Lachs in kleine Stücke schneiden.
All die Zutaten vermischen und den Zitronensaft unterrühren.
Die Eier trennen, die Eigelbe mit der Sahne und dem Käse verrühren und mit der Gemüse-Fisch-Masse mischen.

Den Backofen auf 200°C vorheißen. Den Teig nochmal durchkneten und ein Bachblech damit auskleiden.

Die Eiweiße mit einer Prise Salz steifschlagen und unter die Gemüse-Fisch-Masse heben. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und auf dem Teig verteilen.

Die Quiche im Ofen in etwa 35 Min. backen. Schmeckt kalt am besten.










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