Dienstag, 10. Oktober 2017

Am Bach

Nach einem Samstag mit anstengender Arbeit zur Vorbereitung für den großen Kinderbasar, hatte ich mich für den Basarsonntag ausgeklinkt, denn da hatte ich mir etwas Schönes vorgenommen. 

Naturpädagogik kann man an vielen Standorten durchführen. Während meiner Weiterbildung im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde der Bereich Lebensraum Gewässer, außer in einer Praxiseinheit mit der Kindergruppe am Teich, nicht speziell thematisiert. Das fehlte mir und so hatte ich mir eine zusätzliche Einheit dazu gewünscht, denn ein Gewässer bietet immer nochmal besondere Ansatzpunkte. 
Sozusagen ein extra gebuchte Veranstaltung der Naturschule Region Bodensee. 


Wir treffen uns am Sonntag Morgen um 10Uhr am Parkplatz beim Kloster Hegne. Es ist ein fröhliches Wiedersehen und großes Hallo mit von der Weiterbildung bekannten Gesichtern.

Die Kursleiterin Sabine Schmidt-Halewicz, Biologin und Leiterin der Naturschule begrüßt uns. Sie arbeitet seit 12 Jahren mit einer Grundschule am ausgewählten Gewässer, dem Adelheider Bach. Hier setzt sie sich besonders zum Schutz des Steinkrebses ein. 
Bei 9°C, unangenehm kaltem Wind und bewölktem Himmel spazieren wir miteinander in den Wald zum Adelheider Bach. Der Bach ist erstaunlich schmal und nur wenige cm tief.

Ihre Mitarbeiterin hat bereits einen ausgewachsenen Steinkrebs gefunden und wir können ihn genau betrachten und erfahren einiges über einheimische Krebse, ihren Lebensraum und ihr Vorkommen.
In Baden-Württemberg sind alle drei mitteleuropäischen Arten heimisch: Edelkrebs, Steinkrebs und Dohlenkrebs. Noch vor wenigen hundert Jahren gab es sie in fast jedem Bach – doch machen ihnen heute Lebensraumverlust und invasive Arten, die Träger der Krebspest sind, das (Über)leben schwer.

Der Stein- oder Bachkrebs ist die kleinste mitteleuropäische Flusskrebsart. Er besiedelt typischerweise kleine sommerkalte Fließgewässer mit steinigem Substrat.

Neben dem Kennenlernen des Projektes am Adelheider Bach machen wir einige naturpädagogische Spiele bezogen auf das Wasser sowie seine Bewohner und schauen uns das Netzwerk Bach genauer an. Der Wind ist so unangehm kalt, dass ich meine Kapuze tragen muss, denn an eine Mütze und Handschuhe habe ich noch gar nicht gedacht.
































Steinkrebsweibchen mit Eiern































Wir sind ziemlich durchgefroren, als wir zur Mittagspause ins Restaurant-Cafe Vis à vis von Haus Elisabeth gehen. Die Wärme tut so gut und bei einem warmen Eintopf und einem Milchkaffee taue ich wieder auf.

Zurück im Wald geht es ans Erforschen des Baches und seiner Bewohner. Wir bekommen Schalen und Netze ausgeteilt und fangen damit einige kleine Lebewesen. Einmal durch das Wasser ziehen und schon wuselt es im Netz. Mit Hilfe von Becherlupen schauen wir uns die Tiere dann genauer an: Bachflohkrebse, Köcherfliegelarven, Käferlarven und Libellenlarven. Sogar eine Krebsschere wird gefunden. 

Wir vermessen ein Stück des Baches und suchen die breiteste und die schmalste, die flachste und die tiefste Stelle.

Am Ende erhalten wir den Auftrag, im Bach aufgeschichte Hölzer zu entfernen und damit als Landart Steinkrebse zu legen.















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