Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ab in die Steinzeit

  
Seinen Geburtstag hat der kleine Bruder schon im Juni in Ligurien gefeiert. Dann hatten wir immer wieder Sommertermine und irgendwie haben wir es nicht geschafft, die Feier mit seinen Freunden nachzuholen. Wir haben ihn auf nach den Sommerferien vertröstet und dann war er am geplanten Termin krank und beim nächsten Termin regnete es.

Am Sonntag war es nun endlich soweit, wir haben eine Steinzeit-Party gefeiert. Ich wollte unbedingt outdoor und um dem Ganzen einen Rahmen zu geben, haben wir uns für einen Steinzeit- Geburtstag entscheiden. Mit dem informativen WAS ist WAS- Buch Steinzeit - Die Zähmung des Feuers* haben wir uns auf das Thema eingestimmt. Steinzeitwissen für Kinder findet ihr z.B. auch dort.


EINLADUNG

Die Einladung haben wir einfach mit wasserfestem Stift auf flache Steine geschrieben. Schnell gemacht, aber effektvoll.






 
ESSEN

Nachmittags gab es Blaubeermuffins nach diesem Rezept und welche mit eingebackenen Käfern (ähm Schokostücken). 
Außerdem Haselnusskuchen aus der Steinzeit, gebacken in Blättern (vom Apfelbaum). Die Anleitung dazu habe ich dort entdeckt. 

Das Essen hatten wir im Garten auf Treibholz- Brettern auf einen Stoff mit Tierfelldruck, den ich als Reststück reduziert ergattert hatte, arrangiert. Die Kinder lagerten auf Fellen drumherum.
 

































Abends gab es Wüstchen und Stockbrot überm Feuer, dazu Gemüsesticks.


ABLAUF

Um 15:30 Uhr stürmte eine wilde Meute Urmenschen Vierklässler unseren Garten. Da war hatte Sonne gerade erst den zähen Bodenseenebel aufgelöst.
Nach der Begrüßung und dem Auspacken der Geschenke gab es ein Festgelage auf dem Rasen. Dann ging es direkt aus dem Garten mitten durch das angrenzende Maisfeld in die "Wildnis".
Unterwegs galt es, an fünf Stationen gemeinsam Bewährungsproben oder Prüfungen zu bestehen.




Steinzeit- Ketten:
Perlen von abgesägten Stücken eines Rentiergeweihes (bei Ebay gekauft) glattschmirgeln und auf Lederschnüre (Bastelladen) fädeln  und mit Schiebeknoten (Anleitung z.B. dort) verschließen.
 
  
Speerwerfen (mit und ohne Speerschleuder)
im Wald zu zweit Tierspuren suchen  
gemeinsam einen Unterschlupf bauen 
Vorbereiten von Stöcken zum Stockbrot grillen
 

 
Nach jeder bestandenen Prüfung gab es eine Belohnung.
Das was ein Steinzeit- Sammler im Herbst so in der Natur findet:
Auf der Wiese Würmer*, im Gebüsch Beeren*, und im Wald Pilze
(als Süßigkeiten).
 




Auf der Streuobstwiese brannte schon ein FEUER, dass der Liebste in einer Erdkuhle vorbereitet hatte. Schön wäre es auch gewesen, mit den Kindern das Feuer mit Steinzeitmethoden anzuzünden, dafür reichte uns aber die Zeit nicht.

Nachher haben wir noch STEINZEIT- SPIELE angeboten. Die Kinder hatten aber auch so ihren Spaß, durch ein benachbartes Maisfeld zu schlüpfen und Verstecken zu spielen.

SPIELE:

Neandertaler Lauf
Steinzeit- Tennis
Mammut- Rennnen (Anleitung jeweils da)
Steinzeit- Quiz (1, 2, oder 3) z.B. von dort
Wer bin ich- Spiel (jedes Kind bekommt einen Zettel auf den Rücken geklebt und muss die anderen befragen, um herauszufinden, welche Person es ist z.B. Jäger, Sammler, Fischer, Koch, Werkzeugmacher, Wasserträger, Korbmacher, Bootsbauer) 

Weitere Ideensammlung: Hier und da
  



Zum Abschluss hatte das Geburtstagskind sich eine FACKELWANDERUNG über die stockdunklen Wiesen und Felder rund um den Ort gewünscht.
Wir hatten diese Wachsfackeln *, die mit einer Brenndauer von etwa 1 Stunde für uns perfekt waren.
Zwischendurch haben wir TIERSTIMMEN von nachtaktiven Tieren vom Handy abgespielt und die Kinder raten lassen.




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verlinkt bei Creadienstag und Naturdonnerstag

Freitag, 13. Oktober 2017

Dieser Moment ...


Ein Foto, keine Worte, ein Moment der Woche eingefangen.
Ein einfacher oder besonderer Moment, den ich festhalten, genießen und erinnern will. 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

12 von 12 im Oktober

 
Ich erwache um 10Uhr. Der Liebste ist mit den Kindern aufgestanden und auch schon früh zur Uni geradelt, denn er lässt heute eine Klausur schreiben. 
Es geht mir etwas besser, als in den letzten Tagen und ich bin fieberfrei. Aber ich bin noch ziemlich schwach und froh, gestern meine Termine abgesagt zu haben; die Schulbücherei betreut die Kollegin, meinen Naturkindern habe ich abgesagt, bzw. drei mit Betreuungsbedarf übernimmt netterweise die Leiterin des anderen Kurses und die Vorstandssitzung wurde verschoben. 

Mein erster Blick aus dem Fenster ist im Herbst besonders schön: (Und ja, das Maisfeld (vorne) steht immer noch).
  



























Ich koche mir "Schmugglers Brew", ein Mitbringsel aus unserem Sommerurlaub im Cornvall
 


Der Liebste war noch beim Bäcker und hat frisches Bauernbrot geholt. Davon esse ich. Bestrichen mit Schwiegerpapas Honig, der tut meinem Hals gut. Ich lese meine Mails und auf meinen Lieblingsblogs und schaue dann zur Entspannung in der Mediathek von Mare TV den Film über die Kanalinsel Guernsey an. So schön, da werden Erinnerungen an Cornvall bei mit geweckt. Schade, dass ich hier am Blog immer noch keine Bilder davon gezeigt habe.




























Dann gehe ich endlich Duschen mit meinem Lieblingsduschgel* und juchuh, ich rieche wieder ein bisschen was. Das Duschen ist zwar noch anstrengend, aber ich fühle ich mich anschließend wie neugeboren.
Ich stelle die Spülmaschine an und steige in den Keller und stopfe eine Ladung dunkler Wäsche in die Waschmaschine. Die Flecken auf den hellen Sachen des Jüngsten behandle ich mit flüssiger Gallseife vor. Ich muss mich zurückhalten, um es nicht gleich zu übertreiben. Am Wochenende möchte ich wieder fit sein.


   
Ich freu mich drauf, bald wieder etwas Herbstdeco zu werkeln, ich hätte auch große Lust, mal wieder was zu filzen. Auf meinen Pinnwänden bei Pinterest sammle ich Vieles was mir gefällt.



  
Der Husten quält mich, also pflücke ich ein paar Salbeiblätter in  meinem Küchenbeet und übergieße sie mit heißem Wasser. Später  verwende ich die gleichen Blätter wieder.


    
Der kleine Bruder kommt heim und wir essen Müsli. Dann geht er zur Hausaufgabenbegleitung und ich mache eine Siesta auf dem Sofa und mache vielleicht das letzte Foto von unserem "alten" Sofa. Als er wiederkommt, bleibt er gleich draußen zum Spielen, das Wetter ist einfach zu schön heute.


 
Ich verbringe den Nachmittag weiter auf dem Sofa und lese, dann suche ich nach einem schönen aber bezahlbaren Ferienquartier in der Toskana für die Pfingstferien. Oder vielleicht doch wieder Ligurien?

Ich google nach Gerald Hüther, auf den ich durch eine Bekannte hingewiesen wurde. Besonders interessieren mich seine Veröffentlichungen zum Thema Schule, da der kleine Bruder Lernprobleme hat. Später suche ich nach einer Ergotherapiepraxis, die Konzentrationstraining anbietet und rufe dann spontan noch bei der Kinderärztin an wegen einer Überweisung.





   
Die Ärztin ruft mich nach einer Weile zurück und während ich mit ihr spreche, bieten sich mir vom Balkon aus, in kurzer Abfolge diese Himmelsblicke:



 
Während der Liebe kocht, hänge ich noch die Wäsche auf. 
Beim Aufräumen fällt mir das Buch Die Gärten der Blumeninsel Mainau* in die Hände, das ich zum Rezensieren bekommen habe. Es gefällt mir sehr gut und ist wunderschön bebildert und ich nehme mir vor, endlich das Posting dazu fertigzustellen. Ein weiteres Exemplar darf ich dann hier am Blog verlosen.




   
Beim Abendessen (Basmatireis, Paprikagemüse und Putenfleisch) erzählen alle von ihren Tag. Das Tochterkind hatte einen richtig langen Tag und muss nun noch eine Kullizeichnung für den Kunstunterricht fertigstellen. Der Kleine Bruder muss noch Mathehausaufgaben machen.





    
Als der Jüngste endlich im Bett ist, zünde ich mir Lichtchen an und skype mit der großen Tochter in Berlin. Oh, ich vermisse sie so.
Dann schreibe ich hier von meinem Tag.



























 
Mehr Alltagseinblicke könnte ihr heute bei Geburtstagskind Caro anschauen! Und Himmelsblicke sammelt die Raumfee!
  
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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Hier so

Nach dem ausgefüllten, anstrengenden und kalten Wochenende hat es mich leider ordentlich erwischt. Seit Montag Abend habe ich eine starke Erkältung mit Fieber.

Also alle Termine der Woche absagen, den Liebsten den Haushalt schmeißen lassen, sowie Hausaufgabenbegleitung und Fahrdienste übernehmen lassen. Zum Glück haben bei ihm die Vorlesungen noch nicht begonnen.

Denn jetzt heißt es für mich erstmal wieder zu Kräften kommen, dabei ausruhen, schlafen, lesen, nichts tun und viel (Salbei-)Tee trinken.

Und draußen lacht die Sonne, ach menno.


Dienstag, 10. Oktober 2017

Am Bach

Nach einem Samstag mit anstengender Arbeit zur Vorbereitung für den großen Kinderbasar, hatte ich mich für den Basarsonntag ausgeklinkt, denn da hatte ich mir etwas Schönes vorgenommen. 

Naturpädagogik kann man an vielen Standorten durchführen. Während meiner Weiterbildung im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde der Bereich Lebensraum Gewässer, außer in einer Praxiseinheit mit der Kindergruppe am Teich, nicht speziell thematisiert. Das fehlte mir und so hatte ich mir eine zusätzliche Einheit dazu gewünscht, denn ein Gewässer bietet immer nochmal besondere Ansatzpunkte. 
Sozusagen ein extra gebuchte Veranstaltung der Naturschule Region Bodensee. 


Wir treffen uns am Sonntag Morgen um 10Uhr am Parkplatz beim Kloster Hegne. Es ist ein fröhliches Wiedersehen und großes Hallo mit von der Weiterbildung bekannten Gesichtern.

Die Kursleiterin Sabine Schmidt-Halewicz, Biologin und Leiterin der Naturschule begrüßt uns. Sie arbeitet seit 12 Jahren mit einer Grundschule am ausgewählten Gewässer, dem Adelheider Bach. Hier setzt sie sich besonders zum Schutz des Steinkrebses ein. 
Bei 9°C, unangenehm kaltem Wind und bewölktem Himmel spazieren wir miteinander in den Wald zum Adelheider Bach. Der Bach ist erstaunlich schmal und nur wenige cm tief.

Ihre Mitarbeiterin hat bereits einen ausgewachsenen Steinkrebs gefunden und wir können ihn genau betrachten und erfahren einiges über einheimische Krebse, ihren Lebensraum und ihr Vorkommen.
In Baden-Württemberg sind alle drei mitteleuropäischen Arten heimisch: Edelkrebs, Steinkrebs und Dohlenkrebs. Noch vor wenigen hundert Jahren gab es sie in fast jedem Bach – doch machen ihnen heute Lebensraumverlust und invasive Arten, die Träger der Krebspest sind, das (Über)leben schwer.

Der Stein- oder Bachkrebs ist die kleinste mitteleuropäische Flusskrebsart. Er besiedelt typischerweise kleine sommerkalte Fließgewässer mit steinigem Substrat.

Neben dem Kennenlernen des Projektes am Adelheider Bach machen wir einige naturpädagogische Spiele bezogen auf das Wasser sowie seine Bewohner und schauen uns das Netzwerk Bach genauer an. Der Wind ist so unangehm kalt, dass ich meine Kapuze tragen muss, denn an eine Mütze und Handschuhe habe ich noch gar nicht gedacht.
































Steinkrebsweibchen mit Eiern































Wir sind ziemlich durchgefroren, als wir zur Mittagspause ins Restaurant-Cafe Vis à vis von Haus Elisabeth gehen. Die Wärme tut so gut und bei einem warmen Eintopf und einem Milchkaffee taue ich wieder auf.

Zurück im Wald geht es ans Erforschen des Baches und seiner Bewohner. Wir bekommen Schalen und Netze ausgeteilt und fangen damit einige kleine Lebewesen. Einmal durch das Wasser ziehen und schon wuselt es im Netz. Mit Hilfe von Becherlupen schauen wir uns die Tiere dann genauer an: Bachflohkrebse, Köcherfliegelarven, Käferlarven und Libellenlarven. Sogar eine Krebsschere wird gefunden. 

Wir vermessen ein Stück des Baches und suchen die breiteste und die schmalste, die flachste und die tiefste Stelle.

Am Ende erhalten wir den Auftrag, im Bach aufgeschichte Hölzer zu entfernen und damit als Landart Steinkrebse zu legen.















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