Samstag, 21. März 2020

Ein letzter Inselausflug

 
Hallo ihr Lieben! Ich hoffe sehr, ihr seid gesund!



Eine Auszeit vom den täglichen Pandemie-Neuigkeiten, um einfach mal wieder in der Natur abschalten zu können, habe ich mir am Mittwoch Nachmittag gegönnt und einen Spaziergang auf der Insel Mainau unternommen. Im Park dachte ich, schaffe ich es, einer Ansteckung aus dem Weg zu gehen und mich von Viren fernzuhalten. Die Insel hatte Vorsichtsmaßnahmen getroffen und alle Besucher gebeten, die empfohlenen Abstände einzuhalten. Leider hielten sich nicht wirklich alle daran.

Am Abend wurde dann bekanntgegeben, dass die Blumeninsel ab sofort ihre Tore schließen muss. Mainau, ich werde dich vermissen!

Hier meine Fotos von diesem letzten Ausflug. Ich wünsche viel Freude beim Anschauen!



















































































Montag, 16. März 2020

Heute

... beginnen nun fünf Wochen ohne Schule.

Nach einem "geschenkten" Wochenende (deshalb, weil Kinderbasar und Kindergruppenveranstaltung wegen Covit 19 ausfallen mussten) mit herrlichstem Frühlingswetter, das wir im Garten und auf dem Balkon verbrachten, war heute hier der letzte Schultag.

Seit heute früh um 8 Uhr hat Deutschland nun die Grenze zur Schweiz dichtgemacht. Deshalb konnten die Schüler mit Wohnsitz in der Schweiz bereits heute zuhause bleiben. Geschlossen wurden auch die Grenzen zu Österreich und Frankreich. Grund für die Maßnahmen ist neben der Eindämmung der Pandemie auch das Verhindern von Hamsterkäufen durch Ausländer.

Denn diese haben hier an der Grenze bereits zu Versorgungsproblemen geführt. Das musste der Liebste heute früh wieder feststellen, als er,  nachdem er ausnahmsweise den kleinen Bruder zur Schule gebracht hatte, unseren Wocheneinkauf machen wollte. Nudeln, Gemüsekonserven oder Tiefkühlkost waren aus. Berufspendler und der Warenverkehr dürfen die Grenze aber weiterhin passieren.

Ich musste heute kurz in die Konstanzer Innenstadt, ich hatte etwas umtauschen, wollte ein Buch abholen sowie meinem Nussvorrat im Unverpacktladen auffüllen. Der Buchhändler im Lieblingsbuchladen (unbezahlte Werbung!) wies mich darauf hin, dass ich, falls sie bald nicht mehr öffnen dürfen, im Shop online bestellen könne. Innerhalb von Deutschland ist die Lieferung ab einem Bestellwert von 15€ versandkostenfrei. Am Parkplatz sah ich kaum ein Schweizer Kennzeichen und die Fußgängerzone war ganz ungewohnt leer. Ich fuhr so, das ich auf dem Rückweg den kleinen Bruder und auch gleich ein Holzxylopfon zum Üben mit heimnehmen konnte. 










Der Liebste fuhr dann gleich nochmal los, denn er hatte mittags erfahren, dass die Uni ab morgen komplett geschlossen wird und er musste noch einige Unterlagen holen. Er wird Homeoffice machen und sich, um in Ruhe arbeiten zu können, bei Bedarf in das leerstehende Zimmer des Maikindes zurückziehen. Die Große schrieb heute Mittag, alle Dreharbeiten seien verschoben, sie komme heute Abend bereits mit dem Zug aus Köln nach Hause. Das meine Kurse nun im beginnenden Frühling und vor Ostern ausfallen, stimmt mich traurig. Das ist die Zeit, in der man mit Kindern in der aufblühenden Natur so viele schöne Dinge tun kann. Aber wir müssen nun alle unserern Beitrag im Kampf gegen den Virus beitragen.
 
Diese nächsten drei Wochen bis zu den Osterferien sind für die Schulkinder ja keine wirklichen Ferien, wir Eltern müssen sie nun zuhause beschulen. Mal sehn, wie wir das hinbekommen, der kleine Bruder ist nicht begeistert und vermisst seine Klassenkameraden. Seine Klassenlehrerin an der Waldorfschule hat den Kindern (und Eltern) einen sehr netten Brief geschrieben und erklärt, wie der Unterricht ab jetzt ablaufen soll. Die Schüler sollen vormittags arbeiten und müssen in der Woche ein festes Pensum erledigen. Wenn sie dazu Fragen haben,  dürfen sie ihre Lehrerin anrufen. Und wir Eltern wurden um Rückmeldung zum Lernstand des Kindes per Mail am Ende jeder Woche gebeten. Für den Lernort "Zuhause" haben die Kinder heute eine große Mappe bekommen, die alle Arbeitsanweisungen enthält, für den Hauptunterricht, aber ebenfalls für die Sprachen, Mathe, Kunst und sogar Eurythmie. Ein Pappkasten soll zu einer Landschaft gestaltet werden und sie brachten sogar ein Stück Ton mit zum Plastizieren. Als Lektüre gab es "Die Abenteuer des starken Wanja" (Affiliate Link) von Otfried Preußler.

Tafelbild zur Tier-Epoche D. Klopstock












So füllt sich plötzlich das Haus und wir müssen schauen, wie wir die Zeit, neben den Schularbeiten, sinnvoll und schön zusammen nutzen können. Wie werden auf alle Fälle unsere altbewährten Familienspiele hervorholen, viel lesen, in der Natur spazieren gehen und kleine Rartouren unternehmen und aktiv sein im Garten, in unserer Kreativ-Werkstatt unterm Dach oder an der Werkbank im Keller. Etwa mit frühlingshaftem Filzen, Holzarbeiten, österlichem Nähen, Solarfärben und Upcycling, z. B. inspiriert von meinem neuen Buch Zero Waste, Do it yourself  (Affiliate Link). Ich werde berichten.

Lasst euch nicht unterkriegen und bitte bleibt gesund!



Freitag, 13. März 2020

12 von 12 im März 2020


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Mit einem Tag Verspätung kommen hier 12 Bilder von meinem 12. März.

Der Liebste erfährt am Morgen, dass die Semesterferien verlängert wurden und Prüfungen und Klausuren an der Uni ausgesetzt werden. Die WHO spricht seit heute von eine Corona-Pandemie. Ich habe etwas Husten bekommen und ein bisschen Gliederschmerzen, deshalb schlafe ich lange. Zum Fotografieren fehlt mir die Lust. Die Sonne lockt mich irgendwann aus dem Haus und ich entdecke die ersten Osterglocken im Garten. Da mache ich das erste Foto:
























Ein bisschen Hausarbeit steht an: Spülmaschine ausräumen, aufräumen und durchsaugen. Diese Woche habe ich dem Wohnzimmer ein Frühlingsoutfit verpasst.




Gestern hatte ich Bärlauch gepflückt, den püriere ich nun und mische die Masse mit Salz. Leider reicht mir das Salz nicht, deshalb stelle ich das Gefäß nochmal in den Kühlschrank.
























Mir fällt ein, dass ich noch Aufhängefaden an den Filzeiern der Kinder anbringen muss, bevor ich sie ihnen mitnehme.






Um 14 Uhr kommt der kleine Bruder heim. Er isst Brote und ich meinen Himbeer-Joghurt mit gemahlenen Mandeln, Leinsamen und Sonnenblumenkernen. Dabei schauen wir die aktuelle Sendung mit der Maus in der Mediathek, in der es diesmal um Dänemark geht, hach.


Ich fahre zur Grundschule im Nachbarort und treffe die Kinder meines Naturkurses. Vor der verschlossenen Türe sitzt heulend ein neues Kind. Mit heute fünf Erstklässlern gehe ich dann durch die Blumenstraße ☺ zu den Feldern und Wiesen.


Dort entdecken wir viele Schneeglöckchen und eine erste Osterglocke. Die Kinder setzen sich ins Gras und vespern. Wir schauen, welche Wildkräuter hier schon wachsen und  probieren Blättchen von Sauerampfer, Löwenzahn und Spitzwegerich. 


Am Bach halten wir dann noch Ausschau nach Frühlingsboten. Und finden Barbockskraut, Buschwindröschen und Schlüsselblumen in Mengen.


Wir gehen zurück zum Spielplatz am Ortsrand. Während die Kids begeistert schaukeln, wippen und Seilbahn fahren, entdecke ich dort auf der Wiese hübsche kleine Primeln.


Ich bringe die Kinder zurück zur Schule. Auf dem Rückweg nach Hause kaufe ich noch rasch Salz ein und lege auch noch einen Stop bei Schills & Rischs ein, da wollte ich schon längst mal wieder vorbeischauen. Im Verkaufsraum lacht mich stilvolle frühlingshafte Deko an. Zwei tolle Selbermach-Bücher entdecke ich: How to make ... praktisch alles und Zero Waste, Do it yourself  (beides Affiliate Links), ich entscheide mich für letzteres. Sieht ja gerade so aus, als ob wir die nächsten Wochen viel Zeit zum Kreativsein haben werden.
























Der Liebste und der kleine Bruder sind schon zuhause. Wir unterhalten uns, ich trinke einen Kakao und knabbere ein paar Nüsse, während die Sonne hinterm Wald untergeht.

Um kurz nach 7 bin ich in Evelyns Café und komme gerade recht fürs Foto. Ups, davon wusste ich gar nichts. Ich bekomme eine Blumenvase in die Hand gedrückt. Eine Dame von der Zeitung ist da und macht ein paar Aufnahmen, weil sie was über den im Ort neu gegründeten "Arbeitskreis Klimaschutz und Biodiversität" schreiben wird. Heute trifft sich die Konsum-Gruppe, um einen Kleidertauschmarkt für Erwachsene und ein Repaircafé zu organisieren. Und da sind noch einige andere Ideen... Wir trinken alle Ingwer-Orangetee.




Um kurz nach 9 bin ich wieder zuhause. Der Liebste hat Lasagne gekocht, davon mache ich mir noch etwas warm. Ich höre, dass Schulschließungen in Ba-Wü nicht mehr ausgeschlossen werden. Und wie auch schon letzten Monat, habe ich dann keine Lust mehr zum Bloggen. Während das Bärlauchsalz im Ofen langsam trocknet (und stark duftet), lese ich gemütlich in meinem neuen Schwedenkrimi Sieben minus eins von Arne Dahl (Affiliate Link). Später erreicht mich eine Mail aus der Waldorfschule, dass der Ostermarkt abgesagt wurde. Sehr schade.

Alle Teilnehmer bei 12 von 12 sind wie immer bei Caro versammelt. Bleibt gesund!

Dienstag, 10. März 2020

Das Wochenende


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... begann für mich am Freitag Nachmittag mit der Fahrt nach Singen. Dort besuchte ich an der VHS eine Veranstaltung zum Thema "Philosopieren als Bildung- und Erziehungsprinzip in der Umweltbildung" der Münchner Akademie für Philosophische Bildung und WerteDialog. In diesem Schnupperkurs erlebte ich ein philosophisches Gespräch zu einem ausgewählten Thema, so wie man es auch mit Kindern durchführen könnte. 

Das Bilderbuch Das größte Haus der Welt (Affiliate Link) von meinem Lieblingsbilderbuch-Autor Leo Leonnie diente als Einstieg ins Gespräch zur Frage "Wie viel ist genug?". Ich bekam dadurch Anregungen für Umsetzungsmöglichkeiten des Philosophierens mit Kindern in meinen Naturkursen und erhielt außerdem Infos über die Ausbildungen der Akademie. Geplant ist eine Fortbildungsreihe "Philosophieren über Zukunftsfragen und Themen der Nachhaltigkeit" in südlichen Baden Württemberg. Die interessiert mich.



Der Samstag war verregnet. Wir erledigten Liegengebliebenes und räumten weiter im Keller auf. Abends gab es einen kleinen Lichtblick am Himmel.



Am Sonntag lockte mich die Sonne aus dem Haus. Der Liebste hatte beruflich zu tun und der Jüngste schrieb an seinem Referat für die Schule über Delfine. Bei diesem Wetter vermutete ich viele Leute beim Spazieren am See und auf der Blumeninsel. Ich wollte lieber für mich sein, deshalb zog es mich in den Wald.

Der Waldweg war sehr matschig und ich sah viele Holzstapel, sicher stammten dabei auch einige Stämme von den letzten Stürmen. Wie viele kleine Sonnen leuchteten am Weg entlang Huflattich-Blüten. Hallo Frühling! Ich konnte mich gar nicht daran sattsehen. Auch die Brennnesseln trieben aus. Dazu noch das Vogelzwitschern und das Klopfen eines Spechtes, wunderbar. Ich dachte darüber nach, wie gut ich es doch habe und schickte später via Instagram Wünsche anlässlich des Internationalen Frauentages.









Am Riedsee beobachtete ich Graugänse und ihre Revierstreitigkeiten. An einigen Stellen entdeckte ich Weidenkätzchen und die ersten grünen Triebe der Sträucher. Der Weg zwischen beiden Seen, meinem letzten Standort für den 12tel Blick, war überschwemmt. Ich war beinahe alleine und genoss die Ruhe in diesem Naturparadies.


































































Auf dem Rückweg nahm ich im Café Kuchen für uns mit und den ließen wir uns zum Tee schmecken. Ich werkelte noch ein bisschen im Garten, goß die ersten Pflänzchen im Frühbeet und freute mich an den Krokussen. Die Osterglocken stehen nun kurz vor der Blüte.

Abends schaute ich mir mit dem Liebsten Die göttliche Ordnung (Affiliate Link) an, den mir eine Freundin empfohlen hat: Im Jahr 1971 setzen sich Frauen in einem kleinen Appenzeller Dorf für das Frauenwahlrecht ein. Der Film mit Rachel Braunschweig und Marta Zoffoli geht zu Herzen und ist stellenweise dramatisch. Die Frauen kämpfen nicht nur für ihre gesellschaftliche Gleichberechtigung, sondern auch für sexuelle Freiheit. Wir schauten den Film auf Schweizerdeutsch, das finde ich authentischer, aber wir mussten doch sehr genau hinhören, um alles zu verstehen.