Montag, 21. August 2017

Grotte di Toirano

Heute nehme ich euch mit in die Höhlen von Toirano, die wir während unseres Urlaubs in Ligurien besucht haben. 
  
Das Tropfsteinhöhlensystem Grotte di Toirano befindet sich oberhalb der Ortschaft Toirano am Rande der Seealpen. Es liegt am Ende des Vallone del Vero, des Tals der Wahrheit, und ist etwa sieben Kilometer vom Meer entfernt.


Wir treffen zum Ende der Mittagepause auf dem Parkplatz ein. Aus der Ferne suchen wir die Bergwände ab und entdecken einige in Stein gehauende riesige Figuren.

Wir stellen uns dann schonmal am Eingang auf und innerhalb von Minuten hat sich hinter uns eine lange Schlange mit Besuchern gebildet. Wir kaufen eine Familieneintrittskarte und haben dann noch Zeit, uns in dem kleinen Museum umzuschauen, in dem Höhlenfunde ausgestellt sind. 






























Dann gehen wir hinauf zum Höhleneingang und nehmen an einer etwa 70 minütigen englischsprachigen Führung teil. Dabei können zwei Höhlen besichtigt werden.

In der Eingangszone der Grotta della Bàsura, der „Hexenhöhle“ ist der Blick auf eine große Anzahl Stalaktiten und Stalamiten möglich, die man normalerweise gar nicht sehen könnte: Ein bei der Entdeckung völlig mit Wasser gefüllter Raum wurde entleert und ist heute zu besichtigen. 

In den vorderen Bereichen können wir menschliche Spuren aus der Steinzeit sehen: ein Fußabdruck, mehrere Knieabdrücke und Abdrücke von Fingerkuppen. Außerdem können wir Knochenreste von Höhlenbären bestaunen. 

Auch die im Italienischen concrezioni mamellonari“ genannten Ablagerungen, große kugelige, gelbliche Gebilde sind Naturwunder, die nur unter Wasser im Laufe von Jahrtausenden entstehen. Staunend gehen wir dort drunterher und sind fasziniert.

Über einen in den Stein gehauenen Verbindungstunnel von etwa 120 Metern Länge gelangen wir in die Grotta di San Lucia Inferiore .
Auch hier gibt es beeindruckende Räume und Gebilde zu bestaunen.


















Nachher fahren wir bach Toirano und schlendern etwas träge wegen der Wärme durch die mittelalterlichen engen Gäschen. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.  







Samstag, 19. August 2017

Dieser Moment...

Ein Foto, keine Worte, ein Moment der Woche eingefangen.
Ein einfacher oder besonderer Moment, den ich festhalten, genießen und erinnern will.


Mittwoch, 16. August 2017

Die Sache mit dem Reiseziel

Lange war nicht klar, wo wir dieses Jahr einen Teil der Sommerferien verbringen werden. Eigentlich sollten könnten wir ja hier am See bleiben, wohnen wir doch da, wo viele andere Urlaub machen, haben den See sozusagen vor der Haustüre, die Hügel und Wälder drumherum und die Berge in Reichweite. Wir haben es gut hier, trotzdem zieht es uns ín die Ferne.

Die Wünsche alle Familienmitglieder unter einen Hut zu bekommen,  wird vor allem mit älter werdenen Kinder immer schwieriger. Toll ist es aber trotzdem, wenn sie noch mit in den Urlaub fahren. Jedes Familienmitglied hatte an den Sommerurlaub unterschiedliche Ansprüche, trotzdem haben wir einen gemeinsamem Nenner gefunden.

Der Liebste wäre gerne wieder wie in den Pfingstferien in den Süden gefahren. Er ist aber auch mit England einverstanden, denn er spricht hervorragend Englisch, trink sehr gerne englischen Tee und war schonmal in seiner Studentenzeit in Oxford und London.

Mich dagegen zieht es unbedingt wieder in den Norden und ans Meer.  Im Sommer kann ich die Hitze immer schlechter vertragen, ich brauche Wind und Weite um mich herum. Sehr gerne wäre ich wieder nach Schweden oder in ein anderes Skandinavisches Land gereist. Aber England, wo ich zuletzt vor Jahrzehnten während eines Schüleraustausches war und dann nochmal, als ich den Liebsten in Oxford besucht habe, war für mich ein Kompromiss.

Die Große war noch nie in England und wünschte sich deshalb dorthin zu reisen. Sie hat nun ein Jahr British literature and culture studiert und freut sich besonders darauf, die Sprache zu hören und ihre Wunschorte zu besuchen.

Das Tochterkind war mit England auch einverstanden, obwohl oder weil sie vor knapp drei Jahren dort war. Sie möchte sich während des Urlaubs tatsächlich mit ihrer englischen Austauschschülerin in London treffen. Wichtig ist für sie, unterwegs ein Zimmer für sich zu haben, ohne den "nervigen" kleinen Bruder.

Nur unser Jüngster ist, was die Wahl des Urlaubsortes betrifft, noch sehr flexibel. Er möchte ans Meer, wäre aber auch gerne hier geblieben, Hauptsache alle sind zusammen.


England, wir kommen!  

Dienstag, 15. August 2017

Rappenlochschlucht, Alplochschlucht und Kirchle


An einem wunderbar wolkenlosen Sommertag Anfang letzter Woche zog es uns in die Berge.
Eigentlich wollen wir im Schweizerischen Alpstein wandern, aber als wir beim Näherkommen sehen, dass unterhalb des Säntis ein Wolkenband hängt, beschließen wir kurzerhand weiter zu fahren nach Österreich. Wir steuern Gütle an, etwa fünf Kilometer von Dornbirn. In unserer Anfangszeit am Bodensee (vor etwa 12 Jahren) waren wir schon einmal hier und sind durch die beeindruckende Rappenlochschluch gewandert. Heute wollen wir unserm Jüngsten dieses Naturwunder zeigen.

Die Rappenlochschlucht ist eine der größten Schluchten Mitteleuropas und entstand durch den Durchbruch der Ebniter- bzw. Dornbirner Ache durch die Kalk-Mergelberge des Bregenzerwaldgebirges.

Nach den ersten hundert Metern wird schnell klar, die Schlucht kann leider nicht mehr komplett durchwandert werden, denn im Mai 2010 war es an der markantesten Stelle zu einem gewaltigen Felssturz gekommen, der auch die Rappenloch-Brücke mit in die Tiefe riss. Von einer Aussichtplattform können wir die riesigen Felsen, die den Weg unpassierbar machen, in der Schlucht liegen sehen.

Mittlerweile sind neue Wege gebaut worden, auf denen eine durchgehende Begehbarkeit der Schlucht wieder gewährleistet ist. Dazu muss man hinaufsteigen und kann nun nur noch von ganz oben in die Schlucht schauen. Sehr schade.













Am Ende der Schlucht erreichen wir den Staufensee-Stausee mit dem über 100 Jahre alten Wasserkraftwerk Ebensand, dessen Energie die Spinnmaschinen einer Textilfabrik betrieb sowie zum Betrieb der Elektrischen Bahn Dornbirn–Lustenau, einer der ersten voll elektrifizierten Bahnstrecken Mitteleuropas, verwendet wurde. 
Heute wird der im Kraftwerk Ebensand erzeugte Strom ins Vorarlberger Verbundnetz eingespeist. Hinter Glas bestauenen wir die alten Turbinen.





Wir wandern dann weiter in die Alplochschlucht. Diese natürliche Schlucht ist eng, feucht und romantisch. Sie ist auf einem teilweise frei über dem Wasser schwebenden Steg durchgehend passierbar. 
Gebildet wurde sie durch einen Gebirgsdurchbruch der Dornbirner Ach und wird von dieser noch immer durchflossen. Mit etwas Glück kann man in der Kalkwänden versteinerte Muscheln entdecken. 














Beim Verlassen der Schlucht geht es den Berg hinauf. Wir entschließen uns, nicht der Straße zurück zu folgen, sondern lieber den Fußweg zu nehmen. Über ausgewaschene Wurzeln und teilweise hölzerne Stufen steigen wir im Wald immer höher bis wir etwa 300 m oberhalb der Alplochschlucht eine Klamm erreichen.

Das Kirchle ist ein in der letzten Eiszeit ausgewaschenes steinernes Naturdenkmal, dass durch abfließendes umgeleitetes Schmelzwasser der Gletscher entstand. Es ist heute nicht mehr von Wasser durchflossen. 

Mit Hilfe von Drahtseilen steigen wir in die kühle Klamm hinab und blicken staunend empor. Die nach oben sich verengenden Felsen und die ausgewaschenen Wände bilden optisch eine Art Kirchengewölbe mit einem steinernden Bogen.

Entlang des einstmaligen Wasserdurchflusses durchwandern wir das Kichle. Dann folgen wir der Wegmarkierung auf einem befestigten Weg. Unterwegs haben wir Aussicht bis hinunter zum Bodensee. Schließlich erreichen wir unseren Ausgangspunkt Gütle

Die Tour ist spannend, weil es immer wieder etwas zu sehen gibt und deshalb auch toll für Kinder. Wir haben für die gesamte Runde, es sind etwa 10 Kilometer, mit Pausen ungefähr fünf Stunden gebraucht. Wenn man das Kirchle auslässt, kann man zurück nach Gütle alternativ auch den Bus nehmen.













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