Montag, 20. März 2017

Weiterbildung 3. Modul


Tradition ist nicht das Aufbewahren der Asche,
sondern das Weitergeben des Feuers.


Jean Jaures


Am Wochenende fand das dritte Modul meiner Weiterbildung zur Naturpädagogin statt.
Samstags wäre ich eigentlich einer Kindergruppe zugeteilt gewesen, aber ich hatte darauf verzichtet, um mich wenigstens einen Tag lang beim Frühlingsbasar der Grundschule zu engagieren

Am Sonntag früh traf ich mich dann aber mit den anderen TeilnehmerInnen am Waldparkplatz oberhalb von Hegne. Das Thema für diesen Tag lautete "Wildniserlebnis – Leben und Überleben in der Natur".  Das Wissen um die Lebensweise der früheren Jäger und Sammler ist dabei sehr wichtig, die Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Vorfahren spielen eine zentrale Rolle. Damit soll eine Brücke geschlagen werden, zwischen altem Wissen und unserer modernen Zeit.

Wir wurden von Michael und Anja Kühnl von Wildnaturelife begrüßt und nach einer Vorstellungsrunde und einer kurzen Einführung gingen wir in den Wald. Dort probierten wir zusammen aus, wie man aus Ästen, Reisig und Laub eine einfache aber regenfeste Behausung bauen kann

1 - Personen- Hütte

Anschließend trafen wir uns wieder am Picknickplatz und schauten uns einfache Aufbewahrungsgefäße aus Birkenrinde an, wie sie auch beim Ötzi gefunden worden waren. Darin konnte auch die Glut transportiert werden. 

Dann bekamen wir Methoden des Feuermachens gezeigt und durften es selbst ausprobieren: 
Feuereisen + Feuerstein + angekohlter Baumwollstoff
Makasitstein (oder Pyrit) und Feuerstein  + Zunder + Rohrkolbensamen/ Heu

Feuereisen

im Feuer verkohlter Stoff


Zunderschwamm


Rohrkolbensamen

Durch Glutbrennen und anschließendem Schnitzen konnten die TeilnehmerInnen Schalen oder Löffel aus Holz herstellen.






Beispiel einer fertigen Schale
Mittags konnten wir uns über dem Feuer aber auch etwas Grillen und mit von Teilnehmern mitgebrachtem Kräuteraufstrich und Bärlauchbutter lecker zusammen essen. 

Die Referenten zeigten uns auch ihre selbsthergestellten Pfeile und Bogen sowie Speerschleudern. Jede/r TeilnehmerIn durfte dann solch eine Speerschleuder schnitzen und einen Speer dazu herstellen und natürlich ausprobieren.



  
Um zu zeigen, dass Menschen, die die Orientierung verloren hat, meistens im Kreis laufen, durften wir im Selbstversuch mit verbundenen Augen eine Strecke auf einer Wiese gehen.

Später, als manche Teilnehmer an einem Messer mit Feuersteinklinge arbeiteten, erklärte uns Michael die Herstellung von Naturkleber aus Baumharz und Asche und zeigte uns, wie man ihn verwendet.









Steinzeitmesser



  
Ganz schnell ging der Nachmittag zu Ende. Wir machten noch eine Feedback-Runde und Michael stellte uns seine Lieblingsbücher zum Thema vor
Müde und stark nach Rauch riechend, aber mit neuen Ideen und Lust auf mehr, einer angefangenen Schale und einem Löffel aus Holz, einem Steinzeitmesser und einer Speerschleuder im Gepäck fuhr ich nach Hause. 



Hier eine kleine Auswahl an Literatur:

Mit der Wildnis verbunden: Zwölf Wege in die Natur *
Susanne Fischer-Rizzi

Erlebnispädagogik im Wald *  
Hajo und Tobias Bach

Earth Knack: Stone Age Skills for the 21st Century *
Bart und Robin Blankenship

Welches Tier lief denn hier?: Eine spannende Spurensuche *  
Björn Bergenholtz

Wilde Küche: Das grosse Buch vom Kochen am offenen Feuer *
Susanne Fischer-Rizzi

Wie lerne ich Spurenlesen?: Ein praktischer Ratgeber zur Wiederentdeckung einer alten Kunst *
Hans-Jörg Kriebel

Naturstrolche draußen kreativ: Basteln, kochen und werkeln unter blauem Himmel*
Michael Kühnl u.a.

Feuer: Von der Steinzeit bis zum Brennglas *
Andy Müller

Das Outdoor-Handbuch: Schnitzen, Campieren und Werken im Wald * 
Ingemar Nyman/Loic Lecareeux


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Kommentare:

  1. Oh, das klingt ja toll! Sowas würde ich auch gerne mal mitmachen. Hier gibt es sowas leider nicht.

    Lg, Tabea

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    1. Hallo Tabea, wir haben Teilnehmer dabei, die zwei Stunden Fahrtzeit auf sich nehmen ... Liebe Grüße!

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  2. das erinnert mich an meine aktive Zeit als Pfadfinderleiterin, dort haben wir auch mit Feuerstein und einfachen Materialien gewerkelt, und ich finde es immer noch spannend- im Ötzidorf im Ötztal gibt es auch eine Führung mit altertümlichen Werkzeugen.
    Gehst du mit deiner Ausbildung dann in die Kindergärten und Grundschulen, oder ist dein Aufgabengebiet dann in einem Waldkindergarten?? Ich freue mich wenn du mir antwortest,weil ich mich nach einem Regelkindergarten für den Waldkindergarten interessiere.
    Gruß zu dir
    heiDE

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    1. Liebe Heide,
      ich weiß noch nicht so genau, wohin mich dieser Weg führen wird. Im Moment denke ich eher an Grundschulkinder als Zielgruppe, z.B. in einer Naturkindergruppe oder im Rahmen von Workshops.
      Liebe Grüße von Gina

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