Donnerstag, 2. Oktober 2014

Leben ohne Kinderzimmer

Der kleine Bruder hat (bisher) kein eigenes Zimmer. Es war platzmäßig bei unserer momentanen Wohnsituation nicht möglich gewesen, ihm ein Kinderzimmer einzurichten. Und weil der Altersabstand zum Tochterkind sechs Jahre ist, wollten wir die beiden nicht zusammen in ein Zimmer einquartieren.

Der kleine Bruder schläft seit seiner Geburt in unserem Schlafzimmer, das recht groß ist. Anfangs schlief er im Babybay, (der besten Anschaffung für die Babyzeit überhaupt) und als er dafür zu groß wurde, hat der Liebste es vergrößert, so dass eine normale Kinderbettmatratze hineinpasste. Was als Provisorium gedacht war, bliebt so und der kleine Bruder schläft heute immer noch dort, wir haben also immer noch ein Familienbett.
In einem großen Korb neben dem Bett hat unser Jüngster seine Kuscheltiere und immer auch einige Bilderbücher parat.
Genossen habe ich das sehr, ihn so nahe zu wissen. So nah, dass ich ihn beim Schlafen betrachten und seinen Atemzügen lauschen kann (was in den Zeiten mit Krupp-Husten aber auch quälend und beängstigend sein konnte).

Der kleine Bruder spielt in unserem Wohn- Esszimmer. Dort stehen sein  Lego, Holzbausteine und die -Eisenbahn in großen Körben bereit. Im Regal stapeln sich seine Spiele und das sind viele, weil einige schon von den Schwestern stammen. Außerdem hat er dort seinen "Schreibtisch" zum Malen und Basteln. Einige der Spielsachen parken auch im Zimmer seiner Schwester.

Der kleine Bruder nimmt beim Spielen den gesamten Raum in Beschlag, er baut gerne Höhlen zum Verstecken und stellt ganze Landschaften auf. Das ist nicht immer einfach, aber ich habe meine Ansprüche mit der Zeit immer weiter zurückgeschraubt. Das Leben mit Kindern ist nicht perfekt und herumliegende Spielsachen kann ich als Zeichen eines kreativen Kindes sehen.

Wir räumen mit ihm auf, wenn uns das Chaos zu sehr nervt oder wir Besuch bekommen und wir den Platz brauchen und haben dann für einige wenige Stunden ein ordentliches Zimmer, dass nur darauf wartet, zum Spielen genutzt zu werden.

Bald bekommt er der kleine Bruder sein eigenes Zimmer, er freut sich schon sehr und geht schon jetzt im neuen Haus immer zuerst in "sein" Zimmer. Besonders werden wir es zu schätzen wissen, wenn ein Freund zu Besuch ist. Dann können die Kinder einfach mal die Türe hinter sich zumachen und für sich sein und ganz ungestört spielen.

Auch wenn ich mich für unseren Jüngsten freue, es heißt für mich aber einen weiteren großen Schritt tun in Richtung Loslassen 

Wie handhabt ihr das, hat jedes eurer Kinder gleich ein eigenes Zimmer bekommen? 


































Kommentare:

  1. Liebe Gina, ich sehe, es wird wirklich Zeit für euren Umzug! Bevor wir hier her gezogen sind hatten wir ja ähnliche Verhältnisse...Es tut einfach gut, ein bisschen mehr Platz zu haben!
    Ich freu mich für euch, dass der Umzug vor der Tür steht;-)))
    Ganz liebe Grüße
    Wolke

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  2. Hallo du Liebe,
    Bei uns ist es eine Mischung aus Familienbett und eigenen Zimmern :-) alle Kinder habe ein eigenes Zimmer , aber beide Kleinen (7und2) haben auch noch ein angebautes Bett an unser großes Bett, so dass ein riesiges herrliches Familienbett entstanden ist. Der Kleinste kommt jede Nacht , die mittlere nach Bedarf, aber am Wochenende immer :-) unser Bett steht immer ofen und wir genießen es sehr die Kinder bei uns zu haben. Meine Erfahrung zeigt, ein eigenes Zimmer ist vor allem toll wenn andere Kinder da sind, aber ansonsten nutzen die Kleinen ihre Zimmer sehr sehr wenig, es wird eigentlich immer um mich herum gespielt, oder draußen.... LG steffi

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  3. Wie es bei uns ist? Wir haben ein großes altes Haus. Das allerdings noch nicht fertig ausgebaut ist. Also haben wir noch gar keine Kinderzimmer. Wir schlafen derzeit zu 6st in einem Zimmer. Die zwei Großen im Stockbett, der Kleine (theoretisch) im umgebauten Gitterbett (praktisch liegt er immer im großen Bett) und das kleine Glückskind hat einen improvisierten Stubenwagen (also ein kleineres Gitterbett mit Rädern dran) Babybay geht sich bie uns leider keins aus, da steht nämlich noch mein Kleiderschrank. Ach ja, und das Ehebett steht da ja auch noch. Es ist recht voll, aber es geht. Es stört uns eigentlich gar nicht, nachts zumindest nicht. Untertags ist es mittlerweile schon recht mühsam. Die Kinder spielen auch hauptsächlich im Wohnzimmer und in der Küche. Oft gibt es Streitigkeiten, aber die Kinder wissen sich auch zu arrangieren.Auch hat nicht das gesamte Spielzeug Platz, somit müssen sich die Jungs dafür entscheiden, ob z.b. grad Playmobil oder Lego gespielt wird, das andere wird für mehrere Wochen im Keller verräumt. Das geht alles irgendwie.Allerdings merke ich v.a. beim Großen, dass ihm ein Rückzugsort fehlt.
    Allerdings freu ich mich auch schon riesig drauf, wenn wir endlich Kinderzimmer haben. Weil wir soviel wie möglich selber machen (also hauptsächlich mein Mann) geht das eben nur Schritt für Schritt. Aber ich hoffe/denke, in einem halben Jahr ist es soweit! Wobei ich mir dann recht sicher bin, dass anfangs doch alle zu uns wandern, weil sie es nicht gewohnt sind allein in einem Zimmer zu schlafen ;-)
    Alles Liebe, Carmen

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  4. Meine Kinder haben immer eigene Zimmer gehabt, klein.aber ihr eigenes Reich. Es ist nicht vertretbar ,daß Kinder das Schlafzimmer ihrer Eltern teilen. Wie halten sie es mit ihrem Intimleben ?! Wie kann ein Kind jede Nacht ins Bett seiner Eltern kommen ? Eine 6 Jahre ältere Schwester kann nicht das Zimmer mit einem.kleinen Bruder teilen ??? Warum ?? Schmusen und Kuscheln müssen sich nicht im Elternbett abspielen. Jeder Kindertherapeut wird ihnen erklären daß das Ehebett ein Intimraum der Eltern ist. Sehr oft ist es das Problem der Mütter die klammern und ihre Kinder nicht loslassen können oder wollen.Schade für das Kind.
    Rita

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  5. Hmmmmm... ich denke gerade über den vorherigen Kommentar nach. Lassen wir den mal so stehen -
    unser Erdbeermädchen schläft seit der Geburt in unserem Bett. Wir haben zwar ein Beistellbettchen, aber sie hat bislang nur eine Nacht darin geschlafen. Sie liegt zwischen uns und wir genießen das ALLE, sowohl sie als auch wir als Eltern. Gerade nachts gibt es nichts Praktischeres. Nach dem Stillen schlafen wir beide schnell ein und ich muss nicht extra aufstehen. Wie lange sie bei uns im Bett schlafen wird oder ab wann sie im Beistellbett schlafen wird? Das werden wir sehen... ich werde sie jedenfalls nicht zwingen, in ihrem eigenen Bett zu schlafen - und gerade im ersten Lebensjahr muss ich ehrlich sagen, bin ich froh, sie so nah bei mir zu wissen. Kann sein, dass das "Klammern" ist und ich nicht "loslassen" kann. Aber das ist mir - ehrlich gesagt- egal. Ich denke, dass ein Kind selbst entscheiden wird, ab wann es im eigenen Zimmer schläft - und ich habe noch nie gehört, dass eine 18-Jährige immer noch bei Mama & Papa geschlafen hat ;-). Insofern sehe ich das locker...
    Kinderzimmer haben wir schon ;-) nur eingerichtet sind sie noch nicht... das kommt nach und nach. Im Moment brauchen wir sie ja noch nicht...
    Und auch wenn sie dann mal im eigenen Zimmer schläft, darf sie jederzeit zu uns kommen - wenn sie das möchte. Das steht fest.

    Liebe Grüße aus dem kleinen Haus am See (o:

    P.S. Ich bin schon gespannt, wie das Zimmer vom kleinen Bruder aussehen wird. Und ich freue mich, dass ihr bald mehr Platz habt :-)

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  6. Ich lese schon lange still mit, melde mich nun aber auch mal zu Wort.
    Ich finde deinen Post sehr schön und mutig. Jeder hat ja so seine eigene Meinung zu der Frage, was Kinder wirklich brauchen. Hättest du mich letzte Woche gefragt, hätte ich geantwortet, dass ich einen sechsjährigen im Elternzimmer seltsam finde. Was sagen seine Freunde? Wie schläft man selber? Unser Sohn ist mit 6 Monaten in sein eigenes Zimmer gezogen und für mich war das gut so. Ich bin damals bei jedem Mucks aufgewacht und konnte kaum eine Nacht durchschlafen. Sein Zimmer ist jedoch so klein, dass man darin wirklich nicht mehr als schlafen kann. Erst mit der Einschulung etwa, soll er in ein größeres Zimmer ziehen, welches noch eine Etage höher ist. Das ist mir jetzt mit 3,5 Jahren noch zu fern. Er spielt auch immer da wo ich bin und breitet sich in Küche und Wohnzimmer aus. Fast alle seine Spielzeuge befinden sich in der Küche. Man sieht halt, wo Kinder wohnen. Aber wenn er in seinem eigenen Zimmer spielen würde, fände ich das auch seltsam.
    Morgens, insbesondere am Wochenende, wenn er krank ist oder schlecht geträumt hat, kommt er eigentlich immer zu uns ins Bett. Das beruhigt mich einerseits, aber andererseits mache ich dann auch wieder kein Auge zu. Aber da alle unsere Schafzimmertüren nachts offen sind, höre ich eh alles :-). Und wo ich jetzt so drüber nachdenke, finde ich ein Familienbett gar nicht mehr so seltsam. Vielleicht haben wir einfach nur ein erweitertes.

    LG

    Simone

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  7. Ja dann sagen wir es einmal so. wenn Frauen Mütter werden hören sie scheinbar auf Geliebte, Ehefrau , Verführerin zu sein. Ein Kind im Bett der Eltern erlaubt keinen spontanen Liebesaustausch , da ich annehme daß ein Paar nicht zusammen schläft wenn das Kind daneben liegt. Aber ok jeder auf seine Art und Weise . Vater und Mutter bilden die Eltern aber Mann und Frau bilden ein anderes Paar zwischen dem es wahrscheinlich mit dem Baby in der Mitte im Bett nicht mehr wirklich knistern kann. Ich habe auch bemerkt wieviele Männer ihre Frauen plötzlich Mutti nennen...ganz einfach gruselig.
    Rita

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  8. Es ist schön bei euch....gemütlich, warm, wohnlich. Der Raum mit dem Leben....das Leben im Raum. Auch hier steht gerade eine Holzeisenbahn im Wohnzimmer und ich genieße, daß der 8jährige und sein Freund so gerne damit spielen.
    Das große kleine Kinderbett ist zu drollig, schön wie er es umgebaut hat. Vielleicht ist es manchmal gar nicht so schlecht, daß Kinder nicht zu perfekt leben und alles bekommen. Verzicht üben und wünsche haben ist irgeniwe gesund für die Seele....finde ich.
    Die Freude über sein eigenes Zimmer ist wunderbar :)
    Ich verstehe dich gut, Rita, ich glaube jedoch, daß eine Partnerschaft sich über lange Zeit nicht im Bett abspielen muss....sondern im Kopf :) Die körperliche Seite ist auch auf dem Sofa nett, wenn die lieben Kleinen schlafen. Jedem seine Form, in seinem Maße. Toleranz und Offenheit gegenüber den Lebensweisen sind die Grundlage im menschlichen Miteinander. Wie viele Menschen und Familien können nicht anders, als in einem Zimmer schlafen, weil es nicht anders möglich ist....

    Ich wünsche euch eine gemütliche Herbstzeit.
    Herzliche Grüße von Sandra

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  9. Ja Sandra vollkommen einverstanden, aber ich glaube,daß wir hier nicht von 'raumbegrenzten' Familien sprechen, sondern von Müttern für deren Kinder sytematisch ein Platz im Ehebett reservierr ist und ich persönlich befinde dies nicht als positiv. Ich spreche hier nicht von dem Fall wenn ein Kind krank ist oder schlecht geträumt hat usw.und ich denke Sie verstehen was ich meine. Jaja Partnerschaft ist eine Kopfsache , aber nicht nur das...und ich muß gestehen daß die Mehrzahl der Bloggerinnen im Profil angibt ich zitiere: Mama von wunderbaren Kindern , Haus und Backfee, Strickerin, Näherin usw usw. alles ok aber ich glaube nicht je gelesen zu haben Lebensgefährtin eines tollen, liebenden, begabten usw usw Mannes ? Ich liebe meine Kinder über alles und würde für sie die Wüste durchqueren , aber ohne meinen Mann wären sie nucht hier.....und sls ich Mutter wurde habe ich keine Sekunde meine Rolle als Partnerin aufgegeben.
    Einen sonnigen Oktobersonntag für slle.
    Rita

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  10. ...und auch hier gilt: jeder darf so leben wie er leben möchte. Nicht wahr?

    Grüße
    Mareike

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  11. Liebe Gina, im ersten Moment habe ich auch erst mal überlegt. Aber ich finde es richtig, dass ihr den kleinen Bruder und die 6 Jahre alte Schwester nicht zusammen in ein Zimmer steckt. Gerade am Anfang der Pubertät braucht man doch einen Rückzugsort für sich - und ein kleiner Bruder im Zimmer... naja. Schade finde ich Ritas Kommentare, die ja doch sehr verurteilend sind. Auch als Mutter kann man eine gute Partnerin sein - das ist doch nicht ausschließlich auf das Ehebett beschränkt. Ich denke, dass es den Familienzusammenhalt fördert und v.a. das Urvertrauen der Kinder stärkt, wenn sie die Nähe der Eltern wissen. Schließlich war so ein kleines Baby doch 9 Monate im Bauch der Mutter, hat den Herzschlag gespürt, war nie allein?!? Da finde ich es eher erschreckend, wenn man so ein kleines Wesen von Anfang an in ein eigenes Zimmer steckt. Aber das sollte jeder für sich entscheiden dürfen. Da stimme ich Sandra voll und ganz zu.
    Ich finde es schön, dass ihr bald mehr Platz habt und wünsche euch einen guten Umzug und einen schönen Start im neuen Haus.

    Liebe Grüße,
    Birgit

    P.S: Liebe Rita, ich glaube, dass sich viele Frauen heutzutage über sich selbst und das was sie können und leisten definieren und nicht über ihren Mann ;-)

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  12. Ja gut sich als Strickfee,nähverrückt und Supermutter zu definieren naja ich weiß nicht. Wir sorechen hier über den Fakt daß Kinder einen priviligierten Platz im Ehebett einnehmen und ich habe eben eine ganz andere Meinung als sie. Schon richtig ein pubertierendes Mädchen und ein sechs oder siebenjähriger Brüder passen nicht unbedingt zusammen , für mich heißt das aber nicht daß der Junge seinen Standplatz im Schlafzimmer der Eltern hat. Nähe hat nichts mit Vertrauen zu tun, da liegen sie total falsch., aber wie schon gesagt jeder soll das für seine Familie selbst bestimmen. Einen sonnigen Tag für alle.
    Rita

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  13. Alle hier vorgebrachten Argumente kann ich gut nachvollziehen. Die physische Nähe von Eltern tut Kindern gut - und umgekehrt kann das ebenso sein. Wichtig dabei finde ich nur, daß dieser Wunsch nach Nähe nicht von Elternseite dem Kind übergestülpt wird. Und was die Paarbeziehung angeht: Es liegt an jedem Paar selbst, wo und wie kreativ es seine Partnerschaft als Mann und Frau auslebt. Möglichkeiten gibt es wie Sand am Meer.

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